Hartmannmueller «Deeptalk–das Leben des Hartmannmueller»

Bonn

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Im ersten Moment fühlt man sich wie in einer Talkshow. Mit übergeschlagenen Beinen sitzen Simon Hartmann und Daniel Ernesto Mueller einander zugewandt auf der Bühne des Mülheimer Ringlokschuppen. «Wie fühlst du dich?», möchte der eine vom anderen wissen. Abwechselnd erzählen sich die beiden Hartmannmuellers aus ihrem Leben. Ein Seelenstriptease, nichts ist, wie es war: Begriffe wie «schrill», «schräg», «laut» oder «bunt» treffen auf die neue Produktion nicht zu.

Üblicherweise angesiedelt zwischen Illusionstheater und Horrortrip, haben sich die beiden Performancekünstler diesmal in ihrer Biografie eingerichtet. Im Hintergrund hängt ein kreisrunder Vorhang, weiß, wie alles an diesem Abend. Die Farbe der Wahrheit, des Friedens und der Ruhe ist Programm. Die Stoffbahn ist ihr wichtigstes Requisit: Bettdecke, Beichtstuhl, Nabelschnur – beeindruckende Bilder lassen sich damit zaubern.

Es beginnt im Kreißsaal. Hartmann war als Jüngstes von sechs Kindern eine schwere Geburt. Am Fuß habe man ihn herausgezogen, quasi im Spagat, die Mutter war vor weiterem Nachwuchs gewarnt. Auch Mueller war kein Wunschkind, als «größten Fehler meines Lebens» bezeichnete seine Mutter die frühe ...

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Tanz April 2024
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Bettina Trouwborst

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