Gott des Gemetzels
Warum, fragt man sich irgendwann an diesem Abend, kommen die politischsten Schocker der europäischen Tanzgegenwart ausgerechnet aus Großbritannien? Von Kompanien und Choreografen, die frei flottieren, die weder erkleckliche Subventionen kassieren noch an festen Häusern residieren, aber Kunst mit ebenso viel Engagement betreiben wie Community-Arbeit und insofern an die Alltags-realitäten angeschlossen sind? Wieso formuliert kaum ein Tanzmacher auf dem Kontinent so gestochen scharf, was derzeit im Argen liegt – ohne die ästhetische Dimension zu zerfasern, penetrant zu verbeulen oder schlic
ht zu ignorieren?
Theater der Grausamkeit
Tatsache ist: Wie die Kollegen und Inselbewohner Hofesh Shechter und Wayne McGregor versteht sich auch Akram Khan auf ein formstrenges Theater der Grausamkeit. Auf einen Schrecken, dessen Schönheit man nie mehr vergisst. Der einen wehrlos mit sich fortreißt und einer Droge gleicht, die Beklemmung erzeugt und totale Euphorie. Die Überwältigung, die Khans jüngstes Meisterwerk «Outwitting the Devil» bei der Uraufführung im Rahmen des koproduzierenden Stuttgarter Festivals «Colours» ausgelöst hat, verliert sich nicht. In Träumen, Gedankenströmen zwischen ...
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Nein, diesmal geht es der dänischen Choreografin nicht um Pornografie, nicht um die Furcht vor Sexualität, die ihre pornografische Erfüllung in der Inszenierung von Sexualität finden will. Ihr geht es in diesem Stück darum, sich «konzertant zu bewegen», um die Betrachtung des Einflusses der Technik auf den Menschen. Wir alle folgen «konzertant» bestimmten Regeln,...
Wir machen einen Sprung, dreißig Jahre zurück, ins Jahr 1989: Die DDR wackelt, die Situation ist zunehmend angespannt. Sie sind als Tänzer in Leipzig beziehungsweise Gera engagiert. Wie ist Ihre persönliche Lage?
Mario S.: Ich hatte Reiseverbot für das westliche Ausland, obwohl es Angebote für eine Europatournee mit meinem Soloprogramm gab. Wenn die Leipziger...
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Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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