Gott des Gemetzels
Warum, fragt man sich irgendwann an diesem Abend, kommen die politischsten Schocker der europäischen Tanzgegenwart ausgerechnet aus Großbritannien? Von Kompanien und Choreografen, die frei flottieren, die weder erkleckliche Subventionen kassieren noch an festen Häusern residieren, aber Kunst mit ebenso viel Engagement betreiben wie Community-Arbeit und insofern an die Alltags-realitäten angeschlossen sind? Wieso formuliert kaum ein Tanzmacher auf dem Kontinent so gestochen scharf, was derzeit im Argen liegt – ohne die ästhetische Dimension zu zerfasern, penetrant zu verbeulen oder schlic
ht zu ignorieren?
Theater der Grausamkeit
Tatsache ist: Wie die Kollegen und Inselbewohner Hofesh Shechter und Wayne McGregor versteht sich auch Akram Khan auf ein formstrenges Theater der Grausamkeit. Auf einen Schrecken, dessen Schönheit man nie mehr vergisst. Der einen wehrlos mit sich fortreißt und einer Droge gleicht, die Beklemmung erzeugt und totale Euphorie. Die Überwältigung, die Khans jüngstes Meisterwerk «Outwitting the Devil» bei der Uraufführung im Rahmen des koproduzierenden Stuttgarter Festivals «Colours» ausgelöst hat, verliert sich nicht. In Träumen, Gedankenströmen zwischen ...
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Anne Teresa de Keersmaeker ist derzeit viel in der Kunstwelt unterwegs. Im Augenblick zeigt die belgische Starchoreografin nicht nur ihren Erstling, «Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich» (1982), in der Düsseldorfer Kunstsammlung in einer fortlaufenden Performance (29. Okt. bis 10. Nov.). Im Brüsseler Museum Bozar sorgt zugleich ihr Beitrag zur...
Der Verleger Rudolf Rach war lange Zeit ein umsichtiger Sachwalter, was die Filmrechte der Choreografin Pina Bausch betraf. Vor ein paar Jahren hat die Pina Bausch Foundation in Wuppertal diese Aufgabe übernommen. Pünktlich im 10. Todesjahr der Tanztheater-Doyenne startet sie nun die «Pina Bausch Editions». Als Erstes ist «Palermo Palermo» an der Reihe. Aufnahmen...
Ausbildung bei Birgit Keil in Mannheim, vier Jahre bei Gauthier Dance in Stuttgart, vier Jahre bei Hubbard Street Dance in Chicago: Jetzt ist Florian Lochner wieder zu Hause und baut mitten im Hohenlohischen bei Schwäbisch Hall ein Tanzzentrum auf. «Ich finde es sehr wichtig, nicht zu vergessen, woher man kommt», sagt der 28-jährige Existenzgründer. Was er selbst...
