Glen Tetleys «Pierrot Lunaire»
Bevor Glen Tetley (tanz 2/26) nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tanz fand, führte ihn sein Weg zunächst durch ein Medizinstudium und zur U.S.-Navy. Sein choreografisches Schaffen spiegelt diesen Erfahrungsschatz wider und speist sich aus diversen Ideen und Bildwelten, wobei Tetley beständig narrative Strukturen aufbrach, um den künstlerischen Fokus auf die Bewegungsinhalte zu richten.
1962 gründete Tetley seine eigene Compagnie, mit der er einen unverwechselbaren Stil entwickelte und verfeinerte, indem er klassisches Ballett mit Modern Dance fusionierte und dabei auf die Erfahrungen aufbaute, die er in der Zusammenarbeit mit Hanya Holm, Martha Graham und Antony Tudor gewonnen hatte. Mit «Pierrot Lunaire» gelang ihm der choreografische Durchbruch, das Stück wurde zu seinem unsterblichen Vermächtnis. Es beruht auf Arnold Schönbergs gleichnamigem Liederzyklus mit lyrischen Texten aus Albert Girauds «Rondels bergamasques», welche sich ihrerseits um die Commedia-dell’arte-Figuren Pierrot, Columbine und Brighella ranken, die Tetley auf – und mit – Rouben Ter-Arutunians einmaliger Gerüst - konstruktion agieren lässt.
Nachdem das Stück 20 Jahre nicht gezeigt worden war, hat das Londoner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2026
Rubrik: Side step, Seite 17
von Graham Watts
«INTO THE HAIRY» UND «KAFKA»
Kafkas «Prozess» auf der Tanzbühne? Ist zumindest 2015 in Hannover geglückt, wo Mauro Bigonzetti das Universum des Josef K. ins Opernhaus verlegte (tanz 6/15). In der Fassung des Tschechischen Nationalballetts ist die Literaturadaption ab 5. April auf www.mezzo.tv zu besichtigen. Ein weiterer Stream fürs Heimkino: 2023 brachte Sharon...
Göteborg
MARCOS MORAU, BOTIS SEVA «PAST THE POINT»
«Cold Song», Teil 1 des neuen Doppelabends, ist zeitgenössischer Kammertanz in einem verführerisch ausgeleuchteten, beengten Universum zur Musik von Henry Purcells «King Arthur» (1691). Schwarz gewandet falten und entfalten, wenden und verschränken sich die Tänzerinnen und Tänzer. Körper krümmen und verzerren sich...
Es gibt diese kurzen Videos im Internet, Tanz-Lectures der «Dance Masterclass», in denen Tess Voelker zum Beispiel Improvisationstechniken präsentiert. Da empfiehlt sie die Trennung der Wahrnehmung des Inneren und des Äußeren, der Umgebung, als hervorragendes Hilfsmittel, um neue Bewegungen zu kreieren. Es waren auch Improvisationsvideos auf Instagram, gefilmt in...
