Giuseppe Spota, Alessio Monforte «Carmina Burana»
Giuseppe Spota ist ein Freund großer, atemberaubender Bilder. Nur folgerichtig, dass er irgendwann einmal auf Carl Orffs «Carmina Burana» stoßen würde, sind der als «szenische Kantate» klassifizierten Komposition die großen Bilder doch schon eingeschrieben (Orff verlangte im Titelblatt der Uraufführung 1937 explizit «imaginibis magicis», «magische Bilder»). Allerdings ist Spota Leiter der MiR Dance Company am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, und im Pott hat man es nicht so mit übertriebener Größe.
Weswegen die dortigen «Carmina Burana» auch mit einem schnoddrigen «O Fortuna mit alles und scharf» beworben werden. Auf den zweiten Blick ist diese Verdönerisierung stimmig: Auch der Döner ist von allem zu viel, Fleisch, Salat, Gewürze, Soßen, Brot, aber er ist Soulfood, der das Glückszentrum im Hirn direkt anfasst, außerdem ist er volkstümlich. Was sich nahezu eins zu eins auch über Orffs Komposition sagen lässt, und eine gewisse regionale Anbindung gibt es damit zudem. Außerdem ist ein wenig Albernheit beim Drehen des Fortuna-Rads sicher nicht verkehrt.
Dieses Rad der Fortuna steht im Zentrum der Bühne (Spota zeichnet für Bühnenbild und Regie verantwortlich, Ensemble-Mitglied ...
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Tanz Dezember 2024
Rubrik: Kalender, Seite 30
von Falk Schreiber
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