Amir Chamdin, Pär Isberg «Gustavia»

Stockholm

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Dass der Filmemacher Amir Chamdin und der Choreograf Pär Isberg ihre gemeinsame Ballettproduktion «Gustavia» an der von König Gustav III. gegründeten Königlich Schwedischen Nationaloper auf die Bühne bringen, ist ein symbolisches Statement. Das Stück behandelt die eher selten erzählte Geschichte eines Schwarzen Sklavenjungen, der Königin Lovisa Ulrika, Mutter Gustavs III., im Jahre 1760 «geschenkt» wurde und schließlich zum Ballettstar der Königlichen Oper werden sollte.

Sein eigentlicher Name war Couschi, doch die Königin nannte ihn Gustav Badin und machte ihn zu ihrem «Kammermohren» und Adoptivsohn. Auch dass sie ihm eine freiere und experimentellere Erziehung angedeihen ließ als ihrem leiblichen Sohn, dem Kronprinzen, birgt viel Stoff für dramatische Konflikte.

«Gustavia» ist nach der Hauptstadt der Insel Saint-Barthélemy benannt, einer 1784 gegründeten Kolonie Schwedens in der Karibik, die zu einem Freihafen des Sklavenhandels wurde. Das spielte bislang keine große Rolle im schwedischen Schulunterricht. Diese Wissenslücke mit seinem Ballett-Debüt zu füllen, ist Regisseur und Librettist Chamdin ein Anliegen. Sein Fokus liegt auf historischer Genauigkeit, dass Geschichte und ...

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Tanz Dezember 2024
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Cecilia Djurberg

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