gimme shelter

Auf Kampnagel in Hamburg leben Vater, Mutter, Kind in der Intimität der Öffentlichkeit. Text: Katja Schneider

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Ein Kleinkind hockt vor einem Koffer voller Spielzeugautos. Der Vater tippt auf der Schreibmaschine. Die Mutter schließt und öffnet die hellen Vorhänge, die an allen vier Seiten des einstöckigen Gerüsts hängen. Sind sie geschlossen, verraten die Schatten der Bewohner, was innen vor sich geht. Sind sie offen, sieht man: eine Topfpflanze, Teppiche, kleine Objekte, die als Tisch und Stühle genutzt werden. Eine Treppe führt in die obere Etage. Auf ihr küssen sich Mutter und Vater, während der Sohn unten seine kleinen Autos fahren lässt. All das ist privat, intim.

Doch man bleibt nicht Voyeur, dafür sorgt das Kind. Elijas behält immer im Auge, wer den Raum betritt und wieder verlässt. Er nimmt Kontakt auf, verteilt feuchte Kekse und lädt zum Obstessen ins Innere ein. Er zieht das Papier aus der Schreibmaschine und sich selbst aus. Das Kind demonstriert, dass das Stabile mobil ist und der sichere Ort Bewegung erlaubt.
 
Beim «Live Art Festival» auf Kampnagel schützt der Schutzraum der Tanz­initiative Hamburg stundenweise vor den Anforderungen des Lebens. Die bildende Künstlerin Isa Melsheimer stellt den shelter in die große Probebühne, Bruno Pocheron lässt das Licht wandern wie der Lauf ...

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Tanz Juli 2010
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katja Schneider

Vergriffen
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