Gérard Violette
Ein Quereinsteiger! Weder Choreograf ist er je gewesen, noch Tänzer oder überhaupt Künstler. Ein administrateur! Einer, der Jura und Politikwissenschaften studierte an einer der angesehensten Eliteschulen des Landes. Seit zwanzig Jahren leitet Gérard Violette das Théâtre de la Ville in Paris, Europas größte und älteste Koproduktionsstätte für zeitgenössischen Tanz. Er bleibt dabei so diskret, dass die Öffentlichkeit ihn beinah vergisst.
Sein Dienstjubiläum ist konventionell die Gelegenheit, daran zu erinnern, dass nicht nur Choreografen und Tänzer dieser Kunst entscheidende Impulse geben. Denn Engagement für den Tanz findet nicht nur im Körper statt. Nicht nur einzelne Choreografen, sondern der gesamte zeitgenössische Tanz wären ohne Violettes Liebe zum Körper auf der Bühne nicht so aufgeblüht. Er ist einer, der selbst als Jugendlicher nie Lust zum Tanzen verspürte, «noch nicht einmal um mich an Mädchen heranzumachen». An ihm zeigt sich, wie sehr das Verdrängen der Realität des Körpers aus der öffentlichen Wahrnehmung seine Rückkehr auf der Bühne findet. Bei Violette wurde es Leidenschaft. Er, der eine Karriere im Finanzwesen hätte machen sollen, sagt: «Der Appetit kam beim Essen.»
...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
59. Festival d’Avignon. Am Eröffnungstag sitzt der Kulturminister ganz vorn im Ehrenhof des Palais des Papes, um sich den neuen Fabre anzusehen. Die seit zwei Jahren gegen den Abbau ihrer Arbeitslosenversicherung protestierenden Künstler haben Karten für die hintersten Ränge ergattert, rufen von dort: «Minister raus!» Er geht nicht. Die Protestler brüllen weiter....
Spät kommt sie, doch sie kommt: die Girlreihe, ohne die im Friedrichstadtpalast gar nichts geht. Bis zum Ritterschlag muss darauf Casanova warten und mit ihm ein Publikum, das von der neuen Revue Rasanz erwartet und einen Rhythmus, der dem Ballett in die Beine geht. Schließlich verspricht der Anfang ein etwas beschleunigtes Tempo, und der ICE einer nicht durchweg...
For nearly 30 years, Marie Chouinard’s reputation has soared with dance and performance works that shock and amaze. Looking at photos of her choreography, if perhaps you have never seen the staged dance work, it’s possible to have the impression that you are looking at sculptures, at a kind of crystallization of the gestures.
“Crystallization” also happens to be...
