geheime scores
Mit Begeisterung erzählt die amerikanische bildende Künstlerin Sharon Lockhart im Thyssen-Bornemisza Art Contemporary-Atelier in Wien von ihrer persönlichen Entdeckung: Während einer Forschungsreise durch Israel stößt Lockhart 2008 in Holon, im Ballungsraum von Tel Aviv, auf den Nachlass der kurz zuvor verstorbenen, charismatischen Tänzerin, Choreografin und Tanzwissenschaftlerin Noa Eshkol (1924–2007).
Sie ist fasziniert von der – in der Notations-Gemeinschaft verankerten, unter dem Kürzel EWMN bekannten – Methode, die Eshkol und der Architekt Avraham Wachman entwickelten, sowie von den wiederaufgeführten Tänzen. Nun kuratiert die 48-Jährige mit ihrem spezifischen Blick auf Bewegung im Raum eine Ausstellung, die nahezu zeitgleich in Wien und im Jewish Museum in New York läuft. Damit wird auch dem testamentarischen Willen der als unbeugsam beschriebenen Künstlerin Rechnung getragen, die festlegte, dass ihr Werk verbreitet werden soll.
Der Furor der Expressionisten
«Five Dances and Nine Wall Carpets by Noa Eshkol, 2011» ist der Titel der Fünf-Kanal-Video-Installation auf großen, rechteckigen, in den Raum gesetzten Projektions-Flächen-Kästen. Zu sehen sind Gruppen-Tänze, die an die ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Andrea Amort
«Unsere Bibel», sagt Sergei Danilian, lässt sein gewohnt breites Lächeln aufblitzen und deutet auf André Tubeufs imposanten Bildband über die Ballets Russes – jene legendäre Kompanie, die den Westen im frühen 20. Jahrhundert in ihren Bann schlug und eine ebenso legendäre Fülle an Tänzern, Kollaborationen und Skandalen hervorbrachte: Waslaw Nijinski, «Parade», die...
Ein Franzose fährt nicht «nach Le Havre» sondern «in den Hafen»: au Havre. Als gäbe es nur diesen einen auf der Welt. Für Emmanuelle Vo-Dinh mag es sich nun tatsächlich so anfühlen. Am Centre chorégraphique national Le Phare (Der Leuchtturm) von Le Havre tanzte sie einst in der Kompanie von François Raffinot. Heute ist sie dessen neue Leiterin. Schon 1998 gründete...
Am Ende hat man das Gefühl, stundenlang traurige Musik gehört zu haben – ein Stück nach dem anderen, Klassisches und Famous Songs. Bei langen Szenen-Abfolgen überlagert eben das eine das andere, auch optisch. Raimund Hoghe tut nichts gegen diesen Eindruck. Überhaupt macht er keinen Druck, sondern lässt den Zuschauer einfach in Ruhe. Dieser erprobten Regel gehorchen...
