Fremde Federn
Manche Dinge werden nie langweilig – vor allem dann, wenn sie sich immer wieder verwandeln. Zu diesen unvergänglichen Freuden zählt die Symbiose von Ballett und Mode. Saison für Saison – mal zart angedeutet, mal stilprägend – lässt dieses Zusammenwirken die Herzen höherschlagen. Mal hört man von Modedesigner*innen, die Ballettkostüme entwerfen, mal von Balletttänzer*innen, die zu Musen internationaler Modeschöpfer*innen werden.
Aktuell trendet «Balletcore», das sich klischeehafter Elemente des klassischen Balletts bedient: zarte Farben, Trikotstoffe, Stulpen und Ballerina-Schuhe.
Doch jenseits der stereotypen Schleifenromatik und Spitzenschuh-Ästhetik lohnt sich ein genauerer Blick – nämlich auf ein besonderes Motiv, das subtiler und doch nicht weniger prägend ist: die Vögel des Balletts. Sie gehören zum Rollen-Inventar seit dem 19. Jahrhundert und haben vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts berühmte Couturiers inspiriert. Vielfach vertreten sind hier die Schwäne – natürlich Pawlowas «Sterbender Schwan», der weiße Schwan Odette und der schwarze Schwan Odile aus «Schwanensee». Aber auch andere Varianten dienten als schöpferische Trigger, etwa der «Feuervogel» und die ...
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Tanz August/September 2025
Rubrik: Ideen, Seite 60
von Anastasia Tolstunova
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LE DIEU BLEU
«Le Train bleu», «Der blaue Zug» ist dank Darius Milhaud immer mal wieder auf CD unterwegs. Aber «Le Dieu bleu», ebenfalls von den Ballets Russes uraufgeführt, kennt kaum jemand. Ob daran die Live-Einspielung des Projektorchesters Les Frivolités Parisiennes etwas ändern kann? Schon bei der Premiere 1912 war dem Einakter trotz Nijinskys...
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«Sphäre, die: Wirkungskreis, in dem sich jemand oder etwas bewegt.» So definiert es der Duden – aber was macht eine choreografische Sphäre aus? Vor diese Frage hat das Bayerische Staatsballett in der dritten Ausgabe der «Sphären»-Reihe Sol León und Paul Lightfoot gestellt. Das Duo hat als Antwort einen Abend mit zwei eigenen und drei Stücken...
