Freiheit in der Kiste
Wie verwandelt man zeitgenössischen Tanz und Neue Medien in populäre Kunst? Indem man dem Volk die Freiheit gibt, sich zwischendrin selbstbestimmt, frei und locker zu bewegen. Unbeobachtet, dafür aber gefilmt. Die D-boîte (die Tanzkiste) ist mit rotem Plexiglas verkleidet. Die Tür der boîte steht offen. Lebensgroße Fotos von Tänzern in Schwarz-Weiß zieren die Wände. Ein Mausklick reicht, um ein bis zwei Minuten choreografisch Kreatives von und mit Muriel Corbel und/oder Olivier Simola abzurufen. Doch die D-boîte bietet mehr als Interaktivität auf Mausklick-Art.
Wer einsteigt, tanzt selbst, allein oder zu zweit. Zuschauen, nachmachen. Wer möchte, steigt ins rote Karree und wird gefilmt. Die Sequenz kann er sich am nächsten Tag im Internet anschauen und sich selbst herunterladen.
Zwar spüre ich, dass durch die getönten Scheiben mein «Tanz» von außen sichtbar ist, doch das vergesse ich schnell. Ich fühle mich wohl in einer der zwanzig Sequenzen. Herrin über die Kiste ist Marina Wainer, eine Choreografin aus Argentinien, die in Paris Videokunst studierte. Auf ihre Anregungen hin kreierten Corbel und Simola zwanzig Tänze auf neun Quadratmetern.
Was kann diese Kiste? Vor ein paar Jahren ...
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