Freiheit in der Kiste
Wie verwandelt man zeitgenössischen Tanz und Neue Medien in populäre Kunst? Indem man dem Volk die Freiheit gibt, sich zwischendrin selbstbestimmt, frei und locker zu bewegen. Unbeobachtet, dafür aber gefilmt. Die D-boîte (die Tanzkiste) ist mit rotem Plexiglas verkleidet. Die Tür der boîte steht offen. Lebensgroße Fotos von Tänzern in Schwarz-Weiß zieren die Wände. Ein Mausklick reicht, um ein bis zwei Minuten choreografisch Kreatives von und mit Muriel Corbel und/oder Olivier Simola abzurufen. Doch die D-boîte bietet mehr als Interaktivität auf Mausklick-Art.
Wer einsteigt, tanzt selbst, allein oder zu zweit. Zuschauen, nachmachen. Wer möchte, steigt ins rote Karree und wird gefilmt. Die Sequenz kann er sich am nächsten Tag im Internet anschauen und sich selbst herunterladen.
Zwar spüre ich, dass durch die getönten Scheiben mein «Tanz» von außen sichtbar ist, doch das vergesse ich schnell. Ich fühle mich wohl in einer der zwanzig Sequenzen. Herrin über die Kiste ist Marina Wainer, eine Choreografin aus Argentinien, die in Paris Videokunst studierte. Auf ihre Anregungen hin kreierten Corbel und Simola zwanzig Tänze auf neun Quadratmetern.
Was kann diese Kiste? Vor ein paar Jahren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Freaks and fairies; water, earth or airborne man-beasts; woolly cave men and camp Adonises people are inhabiting the superbly visual, dark, endearing and sweetly magical world of “Tricodex” (see ballet-tanz 05/04). Set to bold, brassy contemporary circus music, it is decorative and playful in the last of Philippe Decouflé‘s exuberant trilogy of works based upon the...
“Tu non mi perderai mai“ – “You‘ll never lose me“ is the title of the new solo by Raffaella Giordano/Sosta Palmizi, created with the intention of translating with movements “in space [...] the words which resound in time,“ particularly the ones contained in the biblical “Song of Songs.“ One would never suspect this inspiring sub-text if Giordano herself didn‘t...
Die Schere aus «Marnie», auf rotem Samt gebettet. Das Messer aus «Psycho» unter Verschluss. An der Wand das Bild aus «Vertigo». Das Fernrohr, unvergessenes Utensil aus «Das Fenster zum Hof», am Treppenabsatz. Einen Abend lang funktioniert die Black Box des Osnabrücker emma-theaters fantastisch als Memorial Hall in Sachen Alfred Hitchcock, und Manuela Geisler hat...
