Freie Szene Leipzig
Zuletzt gab‘s doch ein Happy End: Im Januar 2016 wurde das Leipziger Kulturleben vom Geist tieferer Einsicht erfasst, der zukunftsorientierte Pragmatismus siegte. Das äußerte sich in einem Stadtratsbeschluss, der eine über zehn Jahre währende, debattenreiche und zunehmend an Nerven und Kräften der Beteiligten zehrende Suche beendete.
Nicht nur gefunden, sondern allseits für gut befunden wurde der Ort, an dem ab 2018 endlich zwei prägende Institutionen der freien Tanzszene der Stadt, das Lofft (Leipziger Off-Theater) und das Leipziger Tanztheater (LTT), über Produktions- und Arbeitsbedingungen verfügen werden, die den (durchaus unterschiedlichen) Ansprüchen und Notwendigkeiten der beiden Akteure gerecht werden.
Was bis dato alles andere als selbstverständlich war, steckte doch gerade das Lofft, Leipzigs maßgebliche Instanz für Tanz und Performance, weit über regionale Grenzen hinaus in einem nicht nur latenten, sondern mitunter schon grotesk beengenden Provisorium fest. Nämlich mit einer zumal für Tanz nicht wirklich optimalen Bühne im selben Haus, in dem auch das städtische Theater der jungen Welt sein Domizil hat. Eine Zwangsallianz, die beide Beteiligten mit Galgenhumor und ...
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Tanz Mai 2017
Rubrik: Serie: Freie Szene, Seite 58
von Steffen Georgi
Ausstellung
Rudolf Belling
In diesem Œuvre kreuzen sich zwei Achsen der Moderne, trifft futurokubistische Ästhetik auf die schwingenden Formen des Tanzes aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Skulpturen von Rudolf Belling (1886 – 1972) balancieren auf der Grenze zwischen Ausdrucksemphase und geometrischem Art déco. Vielfach hat der Tanz ihnen Pate...
Er liebt es, sich ständig etwas Neuem auszusetzen: Shaolin-Mönchen, dem Tango, Wagners «Ring», japanischen Mangas, den Ballets russes, der Sprachverwirrung von «Babel», der «Nussknacker»-Märchenwelt, Ravels «Boléro». Sidi Larbi Cherkaouis Blick auf die Bewegung, welche Tanz wird, ist einer, der die Vielfalt sucht, das Neue, Andere in den Kulturen, Religionen und...
Es ist der Körper, genauer: der «fotografierte Körper aus der Vergangenheit», der ihm zeigt, wie tief und unauslöschlich seine Klassenherkunft in ihn eingeschrieben ist. Als Didier Eribon das erkennt, ist er längst einer der führenden Intellektuellen Frankreichs. Er hat eine vielbeachtete Biografie über Michel Foucault verfasst, ist Vordenker der Queer Studies,...
