Forscher Tanz

Mit dem Lebendigen zu experimentieren, gehört seit jeher zum Fach. Aber jetzt geht es um Mikro- und Makrokosmos, Mensch und Umwelt – und die Zukunft der Choreografie

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Künstlerische Forschung. Zwei noble Worte. Zwei Sorten menschlicher Höchstleistung werden zusammengedacht. Sogar ein Verein dieses Namens hat sich gegründet, initiiert vom Berliner Regisseur und Komponisten Julian Klein: «!KF» (www.artistic-research.de) stellt dieser seltenen Doppelbegabung ein Ausrufezeichen voran, um der Forschung von Künstlern zu vermehrter Anerkennung zu verhelfen. Denn, so Klein: «Kunst ohne Forschung entbehrt genauso ihrer wesentlichen Grundlage, wie dies für die Wissenschaft zutrifft.

» 

Und wer ist ein forschender Künstler? Oron Catts aus dem australischen Perth zum Beispiel. Bei uns kaum bekannt, gilt der gebürtige Finne als Erfinder des Laborfleischs: also der Kunst, aus Stammzellen ein Steak zu züchten, um fortan weniger Rind halten und schlachten zu müssen. Sein Erstling waren Steaks aus Froschzellen, die er 2003 in Apfelbrandy marinierte und in Knoblauch- und Honigsoße briet. Es schmeckte scheußlich, aber Geschmack war nicht sein Ziel: «Für mich bezweckte das Züchten von Fleisch im Labor nie, die Probleme der Fleischproduktion zu lösen. Ich wollte nur auf die Fremdartigkeit unserer Beziehungen zu anderen Lebensformen hinweisen.»  

Mit dem Lebendigen ...

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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Ideen, Seite 64
von Arnd Wesemann

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