Forscher Tanz
Künstlerische Forschung. Zwei noble Worte. Zwei Sorten menschlicher Höchstleistung werden zusammengedacht. Sogar ein Verein dieses Namens hat sich gegründet, initiiert vom Berliner Regisseur und Komponisten Julian Klein: «!KF» (www.artistic-research.de) stellt dieser seltenen Doppelbegabung ein Ausrufezeichen voran, um der Forschung von Künstlern zu vermehrter Anerkennung zu verhelfen. Denn, so Klein: «Kunst ohne Forschung entbehrt genauso ihrer wesentlichen Grundlage, wie dies für die Wissenschaft zutrifft.
»
Und wer ist ein forschender Künstler? Oron Catts aus dem australischen Perth zum Beispiel. Bei uns kaum bekannt, gilt der gebürtige Finne als Erfinder des Laborfleischs: also der Kunst, aus Stammzellen ein Steak zu züchten, um fortan weniger Rind halten und schlachten zu müssen. Sein Erstling waren Steaks aus Froschzellen, die er 2003 in Apfelbrandy marinierte und in Knoblauch- und Honigsoße briet. Es schmeckte scheußlich, aber Geschmack war nicht sein Ziel: «Für mich bezweckte das Züchten von Fleisch im Labor nie, die Probleme der Fleischproduktion zu lösen. Ich wollte nur auf die Fremdartigkeit unserer Beziehungen zu anderen Lebensformen hinweisen.»
Mit dem Lebendigen ...
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Ideen, Seite 64
von Arnd Wesemann
Im Varieté turnen Akrobaten von Nummer zu Nummer. Nach jeder folgt der Applaus wie das Amen. Auch das Chamäleon in den Berliner Hackeschen Höfen hält sich seit 14 Jahren an diese Regel. Der Unterschied: Es lädt Yaron Lifschitz ein. Der Australier und seine Kompanie Circa legten hier schon 2011 mit «Wunderkammer» eine Sensation hin. Das Choreografische, der Tanz...
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Was für sinistre Kreaturen! Man möchte lieber gar nicht wissen, was passieren wird, wenn sie es schließlich aus ihrer merkwürdigen Rückenlage in die aufrechte Haltung schaffen, wenn sie die Königsposition des Menschseins erobern – ein Moment, den Cocoondance in seiner aktuellen Produktion nicht mehr zeigt. «Vis motrix» handelt von der Entstehung allen Lebens, von...
