fassadenspuk
Die Avatare ganz realer Tänzer tanzen an Gebäudefronten. Die Architektur ist ihre Bühne. Sie klettern über Dächer und Gesimse, verschwinden in Fenstern oder richten sich auf der Außenwand ihre dreidimensionale Kammer ein. Bei der Performance «What is up?» 2010 in Enschede wurden sie zu Hausbesetzern. Gesteuert werden diese Missionen von den Medienkünstlern des Kollektivs Urbanscreen. Es erforscht die Bewegungen, die sich aus dem Zusammenspiel von Grafik, Licht und Fassaden ergeben.
Bindeglied sind immer wieder Video-aufnahmen von Tänzern, aufgenommen in den Urbanscreen-Studios am alten Güterbahnhof in Bremen. Vor Nachbauten urbaner Kulissen filmt das Team dort seine Darsteller. Dafür werden reale Gebäude gescannt, wird passgenau eine zweite Haut aus Licht entworfen.
«Videomapping» heißt das Verfahren, das komplette Fassaden und Baukörper in 3D zu scheinbarem Leben erweckt, so etwa 2009 die Architektur des Bauhaus Dessau, 2011 die des MuseumsQuartiers Wien. Weltberühmt wurde im Jahr darauf das Kreativspiel, das Urbanscreen mit den geschwungenen Dachflügeln des Sydney Opera House veranstaltete (siehe vorherige Seite). Auf dem Sattelensemble tanzte eine übergroße Solistin, bevor sich ...
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Tanz Juli 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
The choreographic work of Jan Fabre has been marked all along by the solo’s he made for dancers he loved to work with. The French dancer Cedric Charron, company member since 14 years now could not be an exception to this rule as his input in Fabre’s work has been substantial since he first incarnated a mad barking dog in «As long as the world needs a warrior soul»....
Die Arme dem Himmel entgegengereckt, die Finger gespreizt. Die erste gemeinsame Pose in «Torobaka» beschwört Gestirne und Gottheiten, wirkt eher heidnisch als hinduistisch. Kein Zweifel aber, dass sie auf die Huldigung Ganeshas zu Beginn von Kathak-Auftritten zurückgeht. Doch Israel Galván und Akram Khan – der eine in Sevilla, der andere in London ansässig – wollen...
Jan Fabres choreografische Arbeiten haben sich schon immer durch Soli ausgezeichnet, die der Belgier seinen Lieblingstänzern auf den Leib schneiderte. Auch Cédric Charron, seit nunmehr 14 Jahren Kompaniemitglied, ist da keine Ausnahme: Der französische Tänzer hat immer wieder substanziell zu Fabres Arbeiten beigetragen, seit er in «As long as the world needs a...
