DVD

Balanchines Nutcracker

Tanz - Logo

George Balanchines legendärer «Nutcracker» wurde im Februar 1954 uraufgeführt, begeisterte das Publikum und wurde zum finanziellen Rettungsanker des New York City Ballet. Wie der russische Choreograf zu Tschaikowskys Klängen und mit 125 Kindern auf der Bühne seine Erinnerungen an ein märchenhaft überzuckertes Petipa-Sankt-Petersburg bündelte, wurde für Generationen zum Inbegriff des Weihnachtsballetts.

Aber genau wie berühmte Broadway-Musicals selten auf Film gebannt wurden, weil man den Ticketverkauf nicht schmälern wollte, schützte der Balanchine Trust den «Nutcracker» bis 1993 vor Kameraverwertung. Damals schlüpfte dann Hollywood-Kinderstar Macaulay Culkin kinotauglich in die Prinzenrolle. 2011 wurde das Stück mit Rouben Ter-Arutunians naiven Kulissen – darunter dem auf zwölf Metern wachsenden Christbaum als Requisitenstar – erneut aufgezeichnet, als Video. Die Inszenierung wirkt in der Tradition erstarrt, individuelle Abweichung ist weder bei den dramaturgisch sinnfrei hüpfenden Süßigkeiten des zweiten Akts noch bei den Menschen und Tieren auf Klaras Geburtstag gestattet. So ist Megan Fairchild im vorgezogenen Zuckerfee-Solo ganz festgetackertes Lächeln. Ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2017
Rubrik: Medien Januar 2017, Seite 62
von Manuel Brug

Weitere Beiträge
Screenings Januar 2017

Prix de Lausanne

Deutschland ist in diesem Jahr mit drei Köpfen vertreten: Gigi Hyatt, Vize-Direktorin der Schule des Hamburg Ballett, Nürnbergs Ballettchef Goyo Montero und Choreograf Christian Spuck (zugegeben – als Leiter des Zürich Ballett halber Exilant) sind Teil der neunköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Kevin O‘Hare, die das Kandidatenfeld beim...

Giselle

Fast vier Jahrzehnte ist es her, da geschah auf dem Grünen Hügel von Bayreuth ein Wagner-Wunder. 1976 wuchteten der Regisseur Patrice Chéreau und der Dirigent Pierre Boulez den vierteiligen «Ring des Nibelungen» auf die Bühne des Festspielhauses und ernteten dafür Buhrufe und Beschimpfungen. Wagners getreue Publikumsritter tobten ob der vermeintlichen...

München

Es gibt einen einstimmigen, parteiübergreifenden Stadtratsbeschluss. Jetzt ist Geld da, viel Geld: 50 bis 70 Millionen für den Ausbau, 2,3 Millionen Euro Jahresetat, 29 neue Stellen. Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) hat eine schöne Definition parat für das, was er «Kreativpark» nennt, und wo im Jahr 2020 zwei tipptopp sanierte Hallen, genannt...