Dustin Klein
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter raushaut, wenn ich mich umsehe. All das ist HEIMAT und hat mich zu dem geformt, der ich heute bin.
Was mir Heimat bedeutet? Alles.
Dieser Ort und das Umfeld geben mir die nötige Kraft und den Freiraum, mein Leben und meine Choreografien so zu gestalten und zu erarbeiten, dass es fruchtet, Spaß und Sinn macht. Als einziger bayerischer Tänzer im Bayerischen Staatsballett (und das seit fast einem Jahrzehnt) ist meine Heimat, mein Herkunftsort ein sehr wichtiger Punkt. Für den Tanz und für mich als Tänzer. Es ist seltsam, Exot im eigenen Nest zu sein. Zugleich ist es aufregend und spannend, ständig von totalem Multikulti umgeben zu sein. Ich habe Kollegen, die nicht das Privileg hatten, so lange in heimatlichen Gefilden zu tanzen, die München aber für sich zu einem heimischen Ort werden lassen können.
Das bewusste ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 112
von Dustin Klein
Für mich als Privatmensch bezeichnet Heimat etwas Vertrautes und Beruhigendes, das keineswegs die Form eines Gebäudes oder Konstrukts haben muss. Heimat kann das Gefühl von Behaglichkeit und innere-r--- -Ruhe bedeuten. Als Künstler verstehen wir Heimat gewissermaßen als unser Zentrum. Tänzerinnen und Tänzer sind ja ohnehin stets auf der Suche nach ihrer Mitte –...
Nach seiner Ausbildung in klassischem und zeitgenössischem Tanz in Italien und Frankreich zog Dario Tortorelli 2001 in die Niederlande. Hier arbeitete er u. a. mit den Choreografinnen Conny Janssen, Ann Van den Broek und Lucinda Childs sowie mit der Kompanie Introdans zusammen. Seit Beginn seiner eigenen choreografischen Tätigkeit und der Suche nach dem perfekten...
Wenn Alexandre Paulikevitch aus dem Haus geht, gibt er sich aufreizend weiblich. So sieht es zumindest der Großteil der Männer in den Straßen seiner Heimatstadt Beirut, wo Paulikevitch für seine Lockenpracht, seine Haltung und seine Kleidung ausgiebig beschimpft wird. «Das ist so, seit ich mein Auto verkauft habe, um mein Stück finanzieren zu können. Seitdem muss...
