Düsseldorf: J. Kylián, M. Graham, M. Schläpfer «b.41»

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Er ist einer, der immer schon ganz woanders ist als man ihn vermutet. In seiner Ära als Direktor des Ballett am Rhein war Martin Schläpfer verblüffend bescheiden, als ihn eine -gewaltige Welle des Erfolgs hochspülte. Er war wütend, als doch alles rund lief. Nachsichtig, als man ihn verletzt wähnte. So aufmerksam und sensibel als Mensch, so stur und unberechenbar als Künstlerchef.

Wie also würde seine letzte Uraufführung für die von ihm wohl nie so recht geliebten Städte Düsseldorf/Duisburg werden, bevor der Schweizer zur nächsten Spielzeit nach Wien zieht? Zornige Abrechnung? Rauschendes Fest? Nichts davon. Ein Ballett der Stille ist es geworden. Ein Tasten und Fragen zu Dmitri Schostakowitschs Zweitem Cellokonzert, herzzerreißend gespielt vom Solisten Nikolaus Trieb und den Düsseldorfer Symphonikern unter Leitung von Axel Kober.

Vor den schwarzen Gummi-Resten eines aufgeschnittenen Tanzteppichs (Bühne: Marcus Spyros Bertermann) lässt Martin Schläpfer seine Tänzer mitten in einer Bewegung innehalten, als wollten sie ihr Material befragen. Er widmet seinen persönlichen tanzhistorischen Heroen wie Nijinsky, Balanchine, van Manen, aber auch seinen Tänzersolisten noch einmal ...

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Tanz Januar 2020
Rubrik: Kritik, Seite 36
von Nicole Strecker

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