düsseldorf: Cesc Gelabert «Schwarz Weiß Zeigen»
Wer kennt noch Gerhard Bohner, den großen, 1992 an AIDS verstorbenen deutschen Tänzer? Nele Hertling natürlich, Ex-Hebbel-Theater-Chefin in Berlin, die den Kampf Bohners gegen die engen Strukturen der institutionalisierten Tanzensembles im Deutschland von Anbeginn erleben durfte.
In Wien zur Uraufführung trafen sie sich alle einmütig, die Vertreter der zeitgenössischen Szene zur Aneignung des Bohner-Solos «Schwarz Weiß Zeigen. Übungen für einen Choreografen» (1983, Musik von Georg Friedrich Händel und Glenn Branca) durch Cesc Gelabert.
Die Möglichkeit einer werkgetreuen Einstudierung war insbesondere durch eine nun erstmals vorgeführte, komplette filmische Aufnahme von Bohners Auftritt 1990 beim Festival «BRDance» in München möglich geworden. Bereits seit vierzehn Jahren tourt der wendige, stilpluralistische Tänzer aus Spanien mit Bohners Solo «Im (Goldenen) Schnitt I».
Darin kommt er der choreografisch streng abgezirkelten Bewegungsanordnung Bohners mit aller Intensität sehr nah. Wie dort spricht Gelabert auch im Fall von «Schwarz Weiß Zeigen» von Interpretation und bleibt doch eng an der optischen Vorlage. Was hinter der bloßen Form stehen könnte, vermittelt sich am ehesten im ...
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