dresden: david dawson, jacopo godani, george balanchine
Man sollte den Dresdner Ballettdirektor Aaron S. Watkin nicht unbedingt beim Wort nehmen und an einem Abend, der sich «3 Farben Weiß» nennt, ein ballet blanc erwarten. Vielmehr wird das ganze Spektrum an tänzerischen Möglichkeiten vom Ballett der Semperoper ausgeschöpft. Das plakatierte Pigment auf der Farbskala des Balletts kommt dabei keinesfalls zu kurz. Im Gegenteil.
Aber erst einmal ist alles Gold, was glänzt.
«A Sweet Spell of Oblivion» nennt der langjährige Dresdner Hauschoreograf die deutsche Erstaufführung eines Stücks, das 2007 im Auftrag des Königlichen Balletts von Flandern entstanden ist: eine tänzerische Paraphrase über zehn Präludien aus dem «Wohltemperierten Klavier» von Johann Sebastian Bach, das nach den Worten seines Interpreten wie ein Manuskript, wie eine Partitur zu lesen ist. David Dawson: «Das Konzept beruht auf der Beziehung zwischen Musik und Tanz, Erinnerung und Verbundenheit zu Geschichte, Technik, Sprache und Struktur» und realisiert diese auf ebenso vielschichtige wie virtuose Weise.
Es ist purer Spitzentanz, der ganz der Musik ergeben ist, sich ihr aber zu keinem Zeitpunkt unterwirft. Das ist in der Tat schön anzuschauen, und dennoch: Das Stück ...
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