hiroaki umeda
Kollektive Autorschaft ist Trend; die Kollaboration über Spartengrenzen hinweg wird gepflegt und gern propagiert. Eine gute Ausbildung, das ist das A und O. Und dann kommt dieser Japaner. Hat sich als Künstler einfach selbst gemacht und arbeitet nur mit sich und seinem Computer. Trotzdem gastiert er an allen guten Häusern. Hiroaki Umeda ist ein Phänomen. Auch weil das, was er auf der Bühne erschafft, ein so seltsam undefinierbares Konstrukt ist.
Seit 2000 macht er Tanzstücke. Geboren 1977, ein digital native.
«Mit zwölf Jahren hatte ich einen Traum: zu reisen und zu überleben nur mit einem Computer», erzählt er am Morgen nach seiner Vorstellung auf PACT Zollverein in Essen. Hat er doch gut hingekriegt: Neun Monate im Jahr ist er unterwegs. Tanz war aber kein Traum. Er spielte Fußball, begann ein Fotografiestudium, wollte nicht draußen sein in der Landschaft, sondern lieber drinnen im Geschehen. Also probierte er es mit Tanz. Von einem Workshop zum nächsten, Butoh, Cunningham-Technik, Zeitgenössisch. Will dann doch nicht Tänzer sein, das gebe sein Körper nicht her, sondern Werke schaffen. Eines Tages mietet er ein kleines Theater, führt ein Solo auf und merkt: Es geht.
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