dresden: aaron s. watkin, jason beechey «der nussknacker»
Wenn schon ein «Nussknacker» für Dresden, dann ein zweieiiger. Aaron S. Watkin und Jason Beechey platzieren ihre gemeinsame Arbeit auf den Dresdner Striezelmarkt und garnieren sie mit dem Rezept eines Dresdner Christstollens, das zur Zubereitung ausdrücklich zwei Eigelb verlangt. Doch das verhindert eine Backverordnung, die sich die Dresdner Bäcker 1996 haben schützen lassen, weshalb sie auf die Barrikaden gingen: «Dresdens 150 Stollen-Bäcker, denen Eier verboten sind und die nur deutsche Butter nehmen dürfen, sind verärgert», meldete zwei Tage nach der Premiere eine Zeitung.
Zitiert wurde dabei auch der Vorsitzende eines real existierenden Schutzverbands Dresdner Stollen e. V. mit den folgenden Worten: «Zum Schutz unserer wertvollen Marke werden wir unverzüglich mit der Oper reden.»
Das wird inzwischen geschehen sein. Es wird aber nichts an der Tatsache ändern, dass auch sonst die Zutaten nicht unbedingt stimmen und der «Nussknacker» von Aaron S. Watkin und Jason Beechey eher altbacken geraten ist. Beide Choreografen müssten sich fragen lassen, warum sie einen sehenswerten «Nussknacker» von John Neumeier durch eine Neuproduktion ersetzen, die jeden, aber auch jeden Vergleich zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
baden-baden_________
mariinski-ballett
Die Freiheit, Frauen sowohl im Justaucorps, dem Herrenfrack des 18. Jahrhunderts, als auch in Krinolinen tanzen zu lassen, nahm sich Angelin Preljocaj 1994 mit dem Ballett der Pariser Oper. Seine dreiaktige Mozart-Choreografie «Le parc» ist ein Divertissement im besten Sinne, das in Farben schwelgt und allerlei amouröse...
Jeder Mensch ist ein Tänzer, hat schon Rudolf von Laban gesagt. Denn jeder tanzt, und jeder kann auch tanzen. Die Tanzlehrer, die in einem schicken Hotel am Düsseldorfer Flughafen eine Woche lang tagen, formulieren das noch einmal neu. Es klingt wie eine Forderung: «Wir wollen tanzen!» Das Tagungsmotto des nun auch schon 90 Jahre alten Allgemeinen Deutschen...
Wenn Bridget Breiner in ihrer Heimat Cleveland/USA in den tiefblauen Himmel schaut, würde sie am liebsten hineinfliegen. Wie «ein größerer Mensch» fühle sie sich dann. Das gleiche Blau hat die Tänzerin, Choreografin und frischgebackene Ballettchefin am Musiktheater im Revier nun in monochromen Bildern von Yves Klein entdeckt.
Aufbruchstimmung wecke der Anblick in...
