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David Dawson: «Tristan + Isolde»

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Allein schon das Bühnenbild kann sich sehen lassen. Eno Henze, ein Berliner Künstler, hat es entworfen. Wuchtig in seiner Wirkung und zugleich beweglich, gibt es der Alt-Saga «Tristan + Isolde» auf abstrakte, aber wandelbare Weise Raum. Von Bert Dalhuysen ingeniös beleuchtet, scheint alles in der Schwebe, besitzt aber Atmosphäre genug, die Schauplätze aufs Unterschiedlichste zu lokalisieren.

Eine Balance, die ganz dem ästhetischen Erscheinungsbild der Uraufführung entspricht.

Selbst wenn sich David Dawson gleich zu Anfang eine überfallartige Szene gestattet, kraftvoll viril und mit einem bisweilen brutalen Ansatz, choreografiert er durchweg neoklassisch, geschmeidig in eher abstrahierenden Gesten und mit einer Bewegtheit, die gleichwohl etwas Statisches hat: Das mag in sich vollendet sein, in seiner konzentrierten Schönheit stimmig, ermöglicht aber dem Stück nicht unbedingt die Sprengkraft, die ein so konfliktträchtiges Sujet letztlich braucht. Alles wirkt hier stromlinienförmig geglättet, bis in die floral verschlungenen Arme hochstilisiert. Lediglich bei Isoldes Solo, vor allem aber in den vier Pas de deux von Tristan und Isolde findet der Tanz zur erhofften Tiefe und zu jener ...

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Tanz Juli 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz

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