dresden
Allein schon das Bühnenbild kann sich sehen lassen. Eno Henze, ein Berliner Künstler, hat es entworfen. Wuchtig in seiner Wirkung und zugleich beweglich, gibt es der Alt-Saga «Tristan + Isolde» auf abstrakte, aber wandelbare Weise Raum. Von Bert Dalhuysen ingeniös beleuchtet, scheint alles in der Schwebe, besitzt aber Atmosphäre genug, die Schauplätze aufs Unterschiedlichste zu lokalisieren.
Eine Balance, die ganz dem ästhetischen Erscheinungsbild der Uraufführung entspricht.
Selbst wenn sich David Dawson gleich zu Anfang eine überfallartige Szene gestattet, kraftvoll viril und mit einem bisweilen brutalen Ansatz, choreografiert er durchweg neoklassisch, geschmeidig in eher abstrahierenden Gesten und mit einer Bewegtheit, die gleichwohl etwas Statisches hat: Das mag in sich vollendet sein, in seiner konzentrierten Schönheit stimmig, ermöglicht aber dem Stück nicht unbedingt die Sprengkraft, die ein so konfliktträchtiges Sujet letztlich braucht. Alles wirkt hier stromlinienförmig geglättet, bis in die floral verschlungenen Arme hochstilisiert. Lediglich bei Isoldes Solo, vor allem aber in den vier Pas de deux von Tristan und Isolde findet der Tanz zur erhofften Tiefe und zu jener ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
Eine sonore Stimme, aufgezeichnet 1937 von der BBC, fragt ins Rund des Royal Opera House: «Wie können wir die alten Worte neu ordnen, damit sie überleben, damit sie Schönheit erzeugen, damit sie die Wahrheit erzählen?» Es spricht die Schriftstellerin Virginia Woolf, und was sie verkündet, ist ihr literarisches Credo. Wer so vermessen ist, diese Ikone der Literatur,...
war ein «interdisziplinäres Experiment 1933 – 1957», so der Untertitel der Berliner Ausstellung im Museum Hamburger Bahnhof. Diese Schule in den Rocky Mountains war zunächst ein Zufluchtsort. Der Reformpädagoge Andrew Rice wurde an seinem College im kalifornischen Florida gefeuert, zeitgleich floh das Bauhaus vor den Nazis. 1933 kamen Josef und Anni Albers hierher,...
Rose Breuss kommt aus Vorarlberg und hatte eine Karriere als Eiskunstläuferin vor sich, als sie mit 15 Jahren erkannte, dass ihr ein Leben zwischen Preisrichtern und Sportvereinen nicht genügen würde. Sie suchte stattdessen: eine Verbindung zwischen Intellekt und Motorik, zwischen Geist und Körper, und das in größtmöglicher Offenheit. Nach dem Abitur begann sie in...
