«Don Q.» von Christian Spuck
Warten auf Godot? I wo! «Don Q.» nennt Christian Spuck seine neue, «nicht immer getanzte Revue über den Verlust der Wirklichkeit» im Stuttgarter Theaterhaus, und wenn man Egon Madsen und Eric Gauthier endlich sieht, denkt man eher an Wladimir und Estragon anstatt an Don Quixote und Sancho Pansa. Weiß gelockt der eine, dunkel der andere, scheinen sie sich gänzlich voneinander zu unterscheiden – und doch sind sie sich gleich in dem Versuch, der verlorenen Zeit noch einmal habhaft zu werden: zwei Clowns, die ohne Zweifel die Sehnsucht kennen. Ihr Leiden macht die Zuschauer lachen.
Eingeschlossen in eine Welt der Erinnerung, lässt der Haus-Choreograf des Stuttgarter Balletts die beiden dennoch von der Leine, und Egon Madsen wie Eric Gauthier nutzen die Gunst der Stunde und spielen noch einmal dasselbe Spiel: «Don Q.» alias Don Quixote. Schalkhaft zieht sich der 65-jährige Ballettstar den Sombrero tief ins Gesicht, und eine Sekunde lang kommt einem Egon Madsen tatsächlich spanisch vor. Nicht anders Eric Gauthier, gut dreißig Jahre jünger. Und los geht der gemeinsame Tanz, leichtfüßig, lachhaft und mit einer Lebendigkeit, die das echte Alter des einstigen Ballettstars Lügen straft. Und ...
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