Die Tanzoper
Der anhaltende Barockboom fördert immer neue Oper-Kostbarkeiten zu Tage. Hier Vivaldi, da Rameau. Man kommt aus dem archivarischen Staunen kaum noch heraus. Manches freilich lag teilweise auch zu Recht im Regal. Für anderes fehlten Ideen für die Umsetzung. Das brave Bemühen auf historische Tänze spezialisierter Wissenschaftler machte mit ein wenig Hüftwackeln und Kopfnicken diese umständlichen Mehrstünder nicht erträglicher. Doch so wie die alten Musikzöpfe zum Comic Strip wurden, so fanden plötzlich auch die Choreografen an den vermeintlich kaugummiartigen Divertissements Gefallen.
So mancher, wie etwa der Iraner Amir Hosseinpour, wurde so vom Bewegungs-Zuarbeiter für den Regisseur Nigel Lowery zum Partner und schließlich auch zu eigenen Kreationen von renommierten Opernhäusern eingeladen. Andere wie Blanca Li bei «Les Indes Galantes» in Paris waren gern mal Mittäter, fanden hier hippes Kaleidoskop vielfältigster Tanzrhythmen und wirbelten es entsprechend durcheinander. In Zürich zeichnete Heinz Spoerli gleich für diese ganze Rameau-Oper verantwortlich, in London inszenierte und vertanzte der barockaffine Mark Morris Rameaus köstlichen Krötenquatsch «Platée». Und so für ...
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Feargus Ó Conchúir has spent the past year learning survival skills to continue choreographing. Recipient of a Clore Fellowship in June 2005 his goal hasn’t just been to hone his craft, but develop the leadership skills that go hand in hand with the act of creation these days. After studying English and European Literature at Magdalen College Oxford he went to...
«wenn mein arm auf dem tisch ruht, werde ich nie auf den gedanken kommen zu sagen, er liege neben dem aschenbecher, so wie der aschenbecher neben dem telefon steht.»1
gibt es einen außenraum ohne einen innenraum? geht beides auseinander hervor? wären raumvorstellungen ohne unsere praktische räumliche erfahrung vorstellbar? wohl kaum. merleau-ponty: «der raum wie...
Athanasius Kircher entdeckte 1650 auf einem Fest in Mainz eine Laute, die ungenutzt an der Wand hing. Ihre Saiten, obwohl völlig unangetastet, erzeugten genau die Töne mit, die andere gerade gezupften Lauten spielten. Dieses physikalische Phänomen beschrieb er als «Sympathiesaiten» – gleiche Frequenzen bringen auch unberührte Saiten in Schwingung. Anhand dieses...
