Die Tanzarbeiter
Auch die Welt der Kunst hat lernen müssen, mit dem Druck ökonomischer Effizienz und den Kriterien der Profiterwirtschaftung zurechtzukommen. Der Künstler ist risikobereit wie ein Unternehmer oder Freiberufler. Eigentum, Profit und Entlohnung basieren auf der Eigeninitiative, mit der der Künstler als eigenständiger Schöpfer auftritt.
Zugleich rückt die ausgeprägte Flexibilität kurzer Arbeitsverträge und des Freelancing in dem Maß in den Mittelpunkt, wie es sich, was in der Kunst häufig zu beobachten ist, um kurzzeitige berufliche Einbindungen in Arbeitsteams handelt, die zum Zweck eines temporären Kulturprojekts gebildet und dann wieder aufgelöst werden.
Es gibt die Ideale von Einsatz, Eigenverantwortlichkeit, persönlicher Motivation, Anpassungsfähigkeit und Risikobereitschaft, die verbunden sind mit einer Evaluierung durch Außenstehende, also einem reputationsbasierten Karrieremanagement. Trotz allem wird Kunst nicht als eine Arbeit im eigentlichen Sinn verstanden. Steht das künstlerische Schaffen nicht eher für eine Welt der Freiheit, der Autonomie, der Transgression von Regeln? Nie wird man ganz den Verdacht los, dass die Kunst eher eine Art Spiel und weniger eine Arbeit ist.
In ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kein Tänzerkongress
2006. Noch nie war ein gemeinsames Curriculum für Tänzer so nah, die Tanzhochschule machbar. Und nie zuvor war die grundsätzliche Klärung des Richtungsstreits zwischen Moderne und Klassik so demonstrativ obsolet. Programmatisch wird der Tanzkongress Deutschland im Berliner Haus der Kulturen der Welt von drei Choreografen eröffnet, die für diese...
Jahrzehntelang gab es nur eine Art Walzer zu tanzen: mit schwungvollen Drehungen links oder rechts herum. Jetzt hat Martin Schläpfer für seine Strauß-Choreografie «Marsch, Walzer, Polka» zum Auftakt eines Dreiteilers in Mainz eine neue Art des Walzertanzens erfunden. Den musikalischen Tempi setzt die Choreografie ihre eigene Geschwindigkeit entgegen, ohne den...
In der knappen Stunde entwickelt sich eine Beziehung, die ihre sprachliche Begrenztheit überwindet. Christina Ciupke, Choreografin aus Berlin, hat sich noch nie mit einer schieren Selbstverständlichkeit zufrieden gegeben, und der Blick auf den eigenen Körper stellte mehr als die persönliche Wahrnehmung infrage. Auch bei Subtitles, einem choreografischen Dialog mit...
