Body Art

Es gibt sie noch, Spuren von Body Art im Kunstbetrieb. Von dort eroberte die Kunst den Körper auf der Straße. Nun kommt Body Art auf die Tanzbühne. Thomas Hahn sah sie bei Rachid Ouramdane

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2001. Don DeLillo veröffentlicht in New York seinen Roman «The Body Artist». Es ist die Geschichte der Avantgarde-Künstlerin Lauren Hartke. Zurück­gezogen in einem einsamen Landhaus versucht sie, den Selbstmord ihres Ehemanns zu verwinden. Trotz ihres Bedürfnisses nach Einsamkeit nimmt sie sich eines Obdachlosen mit autistischen Zügen an, der sich im Haus einnistet. In seinen Äußerungen erscheint ihr der Verstorbene.

2006.

Der spanische Choreograf Tomeo Verges kreiert «Body Art», inspiriert von DeLillos Roman. Bei der Beschreibung des Alltags zu zweit, mit Unterricht in Anatomie für den Landstreicher, habe er sofort an Tanz denken müssen, sagt Verges. Bitte, woran hätte der Choreograf sonst denken sollen?  DeLillo beschreibt Hartke als eine Performerin, die sich «des Körpers entledigen will». In einem der Bilder dieser fiktiven Aufführung bedient sich eine Frau ihrer Schamhaare als Pinsel. Yves Kleins Body Painting bleibt bis heute ein unumgänglicher Bezugspunkt. Ebenso wie Marina Abramovic. DeLillo kennt die Klassiker und variiert sie mit Talent und Fantasie. Ein Mann und eine Frau kollidieren frontal, mit immer größerer Gewalt. Ein Mann in blutiger Damenunter­wäsche kopuliert mit ...

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Tanz April 2006
Rubrik: Report, Seite 62
von Thomas Hahn

Vergriffen
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