Die Musicalisierung des Flamenco
Ob Verdi oder Astor Piazzolla, Leo Brower oder die spanische Rockgruppe «Triana» – kaum ein musikalisches Genre, an die sich der Tänzer Javier Antonio García Expósito, «Javier Latorre», nicht gewagt hätte. Bis Ende der 1990er Jahre galt Latorre, 43, als einer der bedeutendsten Flamencotänzer seiner Zeit. In so bekannten Kompanien wie dem Ballet Nacional, der Compañía Andaluza de Danza und dem Ballet von Antonio Canales besetzte er die Rolle des ersten Tänzers. Danach verlegte er sich auf die Choreografie. Und auch in dieser Disziplin überrascht er die Fachwelt regelmäßig.
«Rinconete y Cortadillo» heißt sein auf der gleichnamigen Novelle von Cervantes beruhendes Stück, in dem er als einer der ersten den Humor in den Flamenco trug. In einer seiner jüngsten Produktionen, «Los Tarantos», verband er den Flamenco mit der Sprache des Musicals. Doch Latorre ist nicht nur ein großer Künstler des Flamenco. In seinen Interviews und Manifesten erweist er sich auch als einer seiner schärfsten Kritiker.
Javier Latorre, Sie haben nicht nur eine Flamenco-, sondern auch eine klassische Tanzausbildung genossen. Als was sehen Sie sich eher: als Flamenco- oder klassischer Tänzer? Das kommt darauf an, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
As the church clock strikes six in Charlottenburg, the sidewalk in front of the Deutsche Oper Berlin is briefly overrun with opera-goers: heels clicking, overcoats billowing, tickets for “Tannhäuser“ in hand. At the rear of the opera house, in what looks like the building‘s poorer cousin, another scene is gathering. Kids in baggy clothing and sneakers mill around...
I have two seemingly unrelated stories to tell you; to me they demonstrate the same thing.
When Merrill Ashley retired from the stage of the New York City Ballet in 1997, she was ending a career of 31 years. Joan Acocella, dance critic for the New Yorker, wrote a lengthy and beautiful tribute to her. She described Ashley as a dancer of great technical skill and...
Anderthalb Jahre lang haben die Tänzer des Staatstheaters Kassel auf ihren Ballettdirektor gewartet. In seiner taiwanischen Heimat kämpfte er gegen die Leukämie. Sie haben gewartet, denn ihr Intendant hielt dem jungen Kuo-Chu Wu, den sein Mentor Lin Hwai-min schon als seinen Nachfolger am taiwanesischen Cloud Gate Dance Theatre sah, den Platz frei. Das zählt zu den...
