Die Macht der Trusts

Wie George Balanchine und Jerome Robbins ihr choreografisches Vermächtnis sicherten – und das Fortleben ihrer Werke. Von Angela Reinhardt

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«Just do the steps», soll George Balanchine zu seinen Tänzern gesagt haben: Mach einfach nur die Schritte. Seine abstrakten Ballette sind kein Tanztheater und keine Philosophie, das sollte doch nicht so schwer einzustudieren sein. Wozu braucht man dann jedes Mal Experten aus New York, wenn eine Kompanie ein Balanchine-Ballett aufs Programm setzt?

Die sogenannten «Klassiker der Moderne» – Werke der amerikanischen Neoklassik, Stücke von Hans van Manen, Jiří Kylián oder William Forsythe – machen inzwischen einen beachtlichen Teil des Ballettrepertoires aus.

Will man eins davon haben, fragt man beim Choreografen oder dessen Erben an, erhält nach eingehender Prüfung der Truppe eine normalerweise zweijährige Lizenz und schließt zusätzlich einen Vertrag mit einem oder gar mehreren Ballettmeistern ab, die vom Künstler oder seinen Nachlassverwaltern mit dem Einstudieren beauftragt werden. Die Tantieme pro Aufführung fließt an den Choreografen, den Komponisten oder Erben, das Copyright gilt in den USA wie in Deutschland bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Die Ballettmeister, gerne auch Répétiteurs, Stagers oder Coaches genannt, werden von der Kompanie für ihre mehrwöchige Proben­arbeit ...

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Tanz Dezember 2020
Rubrik: Traditionen, Seite 36
von Angela Reinhardt

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