Die Liebe kommt erst im zehnten Jahr

«Lebenslinien» am Münchner Gärtnerplatz

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Von wegen schlechte Platzausnutzung! In einer Repertoire-Vorstellung seines letzten Programms als Ballettdirektor am Münch­ner Gärtnerplatz-Theater konnte sich Philip Taylor über ein ausverkauftes Haus freuen. Dies ist umso erstaunlicher, als ja einer dieser angeblich unverkäuflichen Mehrteiler auf dem Programm stand und dies noch dazu wegen des akuten Bühnenarbeiterstreiks mit eingeschränkten Mitteln.

Macht nichts!
Das Ereignis gibt zu einer zentralen Überlegung Anlass: Wie lang braucht es, bis ein Ballettchef und Choreograf einen Tanzstil beim Publikum durchsetzen kann? Bei Taylor, der sagt, es seien jetzt immer alle Vorstellungen ausverkauft, hat es gut zehn Jahre gedauert. Als Pessimist könnte man auch sagen: Jetzt kommen sie, weil er geht und er seinen Platz einnimmt: Henning Paar aus Braunschweig.
Taylor hat seinen vierteiligen Abschied, «Lebenslinien» genannt, geschickt komponiert. Der ehemalige NDT-Tänzer setzte «Overgrown Path» an den Schluss des Abends, 26 Jahre alt und sicherlich ein Schlüsselstück für Taylor wie für alle, die Kylián in den 1980er Jahren für den Größten hielten. Es ist, als sagte er: daher komme ich künstlerisch. Die Art, wie das ballett-theater münchen ...

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Tanz Mai 2006
Rubrik: on stage, Seite 43
von Eva-Elisabeth Fischer

Vergriffen
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