Die Lehrerin: Anja Bornšek

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Was verbirgt sich hinter «Physical Introduction»?
Das habe ich letztes Jahr beim Festival «Tanz im August» zum ersten Mal ausprobiert. Erst mal geht es darum, das Publikum zu einer körperlichen Erfahrung einzuladen. Das dauert eine Stunde und findet ein oder zwei Stunden vor einer Abendvorstellung statt. Es ist offen für jedermann. Tanzerfahrung ist keine nötig, auch wenn Tänzer sehr willkommen sind.

Inwieweit geht die Einführung auf das Stück ein, das man später als Zuschauer sehen wird?
Ich erkläre nicht die Performance, es hat nichts Didaktisches, es werden keine Schlüssel zum besseren Verstehen verteilt. Ich versuche stattdessen auf die spezifische Körperlichkeit der folgenden Performance einzugehen, auf deren Prinzipien, Ästhetiken oder Herangehensweisen, um sie in Improvisations- oder Wahrnehmungsübungen zu übersetzen, die durchaus beeinflusst sind von der tänzerischen Essenz eines Stücks, egal, ob es eher konzeptuell, erzählerisch oder atmosphärisch ist. Es ist aber nur inspiriert davon, es geht nicht darum, Schritte aus der Performance zu lernen.

Weckt das ein besseres körperliches Verständnis für den Bühnentanz?
Ja, definitiv, denn wenn man Tanz nur anschaut, ist das eine ...

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Tanz August/September 2014
Rubrik: praxis, Seite 99
von Interview: Arnd Wesemann

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