Die Kommunalkultur
Einst wurde mit großem Aufwand in Deutschland kommunale Kulturpolitik betrieben – man denke nur an Hilmar Hoffmann in Frankfurt am Main. Wer sonst sollte den Bürger auch mit Kultur versorgen? Das weite Land, der ferne Staat? Aber das effiziente Instrument ist zu einem ungeliebten Stiefkind verkommen. Seit die Stadtsäckel immer enger geschnürt werden, versuchen kommunale Finanzpolitiker unter dem Deckmantel sogenannter freiwilliger Aufgaben ihre Kultur aus den städtischen Haushalten am liebsten ganz zu verbannen.
Wie kam sie da auch nur hin? Schließlich ist selbst auf den Webseiten kleiner Kommunen der Begriff «Kultur» kaum zu finden. Entdeckt man einen Hinweis, führen die Links auf Veranstaltungshinweise örtlicher Vereine, zu Öffnungszeiten ehrenamtlich betriebener Heimatmuseen oder geben Aufführungsdaten ansässiger Seniorenlaienspielgruppen bekannt. Kultur für alle? Auf Seiten der etwas größeren Kommunen findet sich auch mal ein Hinweis auf Gastspiele von Tourneetheatern, die gängige Klassiker mit geringstmöglichem Aufwand zur Aufführung bringen. Für diese Kultur zuständig ist in kleinen Kommunen meist der Hauptamtsleiter, der zeitlich bereits mit der Bewältigung allgemeiner ...
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