die andere seite
Fabian Chyle, im Rahmen Ihres Traineeprogramms am St Elizabeth Hospital in Washington kamen Sie zum ersten Mal mit der Gefängniswelt in Berührung. Wollten Sie da wirklich hin?
Ich suchte nach einem Erfahrungsfeld mit Menschen, die sehr gefährdet, chronisch krank, aggressiv sind. Die andere Seite. Zurück in Stuttgart, habe ich in einer forensischen Klinik mit psychotischen Gefangenen gearbeitet sowie mit Gewalt- und Sexualstraftätern.
Mit einer Kollegin habe ich später einen eigenen Ansatz entwickelt, «EMO-Processing», und darauf aufbauend einen eineinhalb Jahre dauernden deliktorientierten Prozess als Teil der sozialtherapeutischen Behandlung von Mehrfachtätern.
Was ist am «EMO-Processing» besonders?
Wir gehen davon aus, dass erst eine emotionale Veränderung eine Verhaltensänderung mit sich bringen kann, und nicht umgekehrt. Wir schaffen eine vertrauensvolle Umgebung und Situationen, in denen ein Klient sich erst physisch, dann auch emotional erfahren kann und später seine Reaktionsmuster betrachtet – nicht die von damals, sondern in der momentanen physischen Situation.
Was heißt dabei physisch?
Beispielsweise testen die Leute aneinander ihre Kräfte, erleben ihren Bezug dazu. Oder wir ...
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