Der lange Weg der kurzen Schritte
Eine junge Frau geht die Straße entlang. Eigentlich tänzelt sie fast. In den Händen hält sie einen Vorschlaghammer. Die Kamera zeigt die Frau auf dem Gehweg, rechts von ihr am Straßenrand die lange Reihe geparkter Autos. Im Gehen holt sie immer wieder aus. Scheiben splittern – Pipilotti Rist inszenierte so einen wahren Scherbentanz. Noch Performance, schon Konzeptkunst, noch abgesichert durch Stichworte wie «Aktion», schon die Grenze zwischen Kunst und Tanz aufhebend.
Ein entferntes, unbewusstes und heiteres Gegenbild zu jenem letzten Ineinssetzen von Kunst, Tanz und Schauspiel, das auch Hansgünther Heyme am Stuttgarter Staatsschauspiel 1981 mit seinem Blick auf die «Phönizierinnen» gewagt hatte. Die Schauspieler nackt, agierend und getrieben auf der Bühne, den Raum durcheilend, durchmessend, herabhängende Mikrofone anschlagend, als könnten die provozierten Töne Orientierung geben. Schauspiel als Tanz, Tanz als Schauspiel, ein frontales Moment der Gesamtkunst.
Oder Kunst als Befreiung von der Bürde der Kunst? In seiner «Psychologie der Kunst» (Köln, 1992) formuliert Martin Schuster: «Die Kultur stellt den Menschen in einen Rahmen von ‹Welterklärungen›, die durch die Kunst vermittelt ...
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“One or two slips but unusual tricks – Cossack leap finish” was my first impression of Steven McRae after his “Corsaire” in the semi-finals of the Prix de Lausanne in 2003. He went up a few more notches after his contemporary variation – Conny Janssen’s “Gigue:” “good
timing, dynamics, personality.” But what made me, if not the entire audience and jury, really fall...
