der engel...
...ist ein guter Mensch. Sri Louise auf unserer Titelseite ist der wohl bekannteste Yoga-Engel der Tanzwelt. Die New Yorkerin begreift, dass nicht der Körper die Plage ist, sondern das Plagen des Körpers ein Genuss, weil er nur so zu sich selbst kommt. Jede Überschreitung der eigenen Grenzen erscheint wie ein religiöser Akt. Darum ist die Härte des Tänzers zu sich selbst ein Tugendpfad.
Im Schmerz und in der Selbstüberwindung muss es auch einen Lohn geben. Für Tänzer besteht er nur selten in der Ehrung ihres Namens oder in der Besserung ihrer finanziellen Verhältnisse.
Darum ist der Körper so anfällig dafür, sich jenseits einer Welt zu wähnen, die nur nach Ruhm und Geld geht. Allein im Körper selbst gibt es die Erfahrungen von Glück, Schmerz, Freiheit und Sterblichkeit. Eine radikalere Überwindung aller anderen Werte als durch den Tanz gibt es wohl nur noch im Yoga.
«Tänzer sind oft sehr hart mit sich selbst. Das Training ist anstren-gend, die Konkurrenz ist groß. Und sie halten sich täglich den Spiegel vor. Es wird immer nur korrigiert, kritisiert, verbessert – nie ist man gut genug. Man entdeckt ständig einen Pickel oder eine Falte. Es ist ein ständiges Urteilen und Verurteilen. ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Am Ende sollen wir etwas versprechen. Dass wir uns einen Monat lang täglich nur eine Minute kurz duschen. Oder das Auto in der Garage lassen. Oder dass wir einen Baum pflanzen. Denn es gilt, etwas gutzumachen: Die vierteilige Performance «Expanding Energy» von Davis Freeman verbraucht einiges an Energie und damit CO2. Das muss wieder ausgeglichen werden. Das...
Detlev Alexander, wann sind Sie erstmals mit Yoga in Berührung gekommen?
Als ich bei Joachim Schlömer in Basel tanzte, bot Christie Clark, eine OM-Yoga-Lehrerin aus New York, eine Yoga-Klasse an. Das war vor 15 Jahren, Yoga war noch nicht so verbreitet wie heute. Für mich war das zunächst eine andere Art, den Körper aufzuwärmen. Diese Mischung aus Kraft und Dynamik...
Vor acht Jahren choreografierte Patrice Bart «La petite danseuse de Degas» für die Pariser Opéra: der Neubeginn einer Degas-Manie, die eine Austellung am Detroit Institute of Arts, «Degas and the Dance» (2002/03), eingeläutet hatte und die in einer Monografie von Götz Adriani mündete, der sich zu zeigen bemühte, dass der ausschließlich im Atelier malende...
