der engel...
...ist ein guter Mensch. Sri Louise auf unserer Titelseite ist der wohl bekannteste Yoga-Engel der Tanzwelt. Die New Yorkerin begreift, dass nicht der Körper die Plage ist, sondern das Plagen des Körpers ein Genuss, weil er nur so zu sich selbst kommt. Jede Überschreitung der eigenen Grenzen erscheint wie ein religiöser Akt. Darum ist die Härte des Tänzers zu sich selbst ein Tugendpfad.
Im Schmerz und in der Selbstüberwindung muss es auch einen Lohn geben. Für Tänzer besteht er nur selten in der Ehrung ihres Namens oder in der Besserung ihrer finanziellen Verhältnisse.
Darum ist der Körper so anfällig dafür, sich jenseits einer Welt zu wähnen, die nur nach Ruhm und Geld geht. Allein im Körper selbst gibt es die Erfahrungen von Glück, Schmerz, Freiheit und Sterblichkeit. Eine radikalere Überwindung aller anderen Werte als durch den Tanz gibt es wohl nur noch im Yoga.
«Tänzer sind oft sehr hart mit sich selbst. Das Training ist anstren-gend, die Konkurrenz ist groß. Und sie halten sich täglich den Spiegel vor. Es wird immer nur korrigiert, kritisiert, verbessert – nie ist man gut genug. Man entdeckt ständig einen Pickel oder eine Falte. Es ist ein ständiges Urteilen und Verurteilen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Ein Star ist sie sowieso, in doppelter Hinsicht: Als Sängerin und als ein Stern, der 1982 nach seiner Entdeckung «3772 Piaf» benannt wurde. Dass Édith Piaf «ihren Körper verlassen hat und auf ewig in diesem Asteroiden über uns ist», gefällt Mauro Bigonzetti. So inszeniert der Erfolgschoreograf aus Italien sein Ballett, als wäre «La Môme Piaf» eine Seelenverwandte...
Als die Kulturstiftung des Bundes ihre Partner vor Ort für den «Tanzplan Deutschland» suchte, war die viertgrößte Stadt in Deutschland nicht dabei. Köln stellte sich – zwischen Abschätzigkeit gegenüber der freien Szene und politischer Eigenbrötelei – als kein zuverlässiger Kandidat für Bundesgelder dar. Die Stadt hat das irgendwann gewurmt, ist dann vor Neid...
Am 24. August wird der in Ungarn geborene Impresario 99 Jahre alt. Er lässt es sich nicht nehmen, in diesen Tagen mal wieder von New York, das ihm vor einem halben Jahrhundert Heimat wurde, nach Europa zu jetten: Berlin, Barcelona, Genf. Früher war er Passagier der Concorde, damit es schneller ging. «Ich war 83-mal in Japan», sagte er letztes Jahr. Man hört daraus...
