Der Abenddienst

Sibylle Naundorfs Reich war und ist die Leipziger Oper. Früher hat sie bei Uwe Scholz getanzt. Heute hat sie die Schlüsselkompetenz

Tanz - Logo

Die Tür zur Loge klemmt. «Vielleicht klappt‘s von der anderen Seite.» Durch einen Konferenzraum, in dem, so verrät das Flip-Chart, gerade ein Englisch-Kurs stattgefunden hat, geht es auf die andere Seite der Tür ins Foyer der Ulbricht-Loge, die zu DDR-Zeiten hohen SED-Funktionären vorbehalten war. Heute ist sie zwar nicht gebucht, aber für alle Fälle sollte sie geöffnet sein. Dafür sorgt Sibylle Naundorf, die seit 2004 die Abenddienstleitung an der Leipziger Oper innehat. Sie kennt jede Tür, jedes Schloss und eine Lösung für jedes Wehwehchen im Vorderhaus der Oper.

Nachdem sie das letzte Besetzungsplakat eingesetzt hat, informiert sie den Hausmeister über das zickende Schloss. Zum Einlass um 18 Uhr ist es repariert.

Bis dahin sind es aber noch zwei Stunden, und Naundorf drapiert auf einer Magnettafel die Posten für den heutigen Abenddienst. Auch mit der Gastronomie des Hauses sind bereits alle Absprachen getroffen. Gegeben wird «Herzog Blaubarts Burg» zusammen mit «Pagliacci», da reicht eine Minimalbesetzung von zwölf Leuten, um die zwei Garderoben, die Einlässe zum Opernsaal, die Verkaufsposten für Programmhefte und die Kartenlesegeräte am Eingang zu besetzen. «Das wird heute ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2018
Rubrik: Serie: Hinter den Kulissen, Seite 66
von Torben Ibs

Weitere Beiträge
Carousel

Musical und Ballett, Broadway und Lincoln Center – in New York ist die Liaison von U und E zwar weniger verpönt als andernorts, gilt aber doch als etwas anrüchige Leidenschaft. Immerhin frönten ihr auch die ganz Großen, George Balanchine und Jerome Robbins vom New York City Ballet (NYCB) beispielsweise. Beide haben Musicals choreografiert, mit großem Erfolg....

Ausstellungen 7/18

Rodin et la danse

Auguste Rodin will der Bewegung auf den Grund kommen. Vor allem seine «Mouvements de danse», die zwischen 1911 und 1913 entstehen, lassen erkennen, wie analytisch er dabei zu Werke gegangen ist. Rodin bricht die Bewegung, zerlegt sie in einzelne Phasen und experimentiert so lange mit den plastischen Bausteinen, bis eine Motion seiner...

Münster: Hans Henning Paar/Daniel Soulié «True Romance»

In Münster steht Romantik auf dem Programm. Doch obwohl sich Tanzchef Hans Henning Paar und sein Co-Choreograf Daniel Soulié mit dem Komponisten Frédéric Chopin und dem Maler Caspar David Friedrich für zwei extrem starke Impulsgeber entschieden haben, schwelgt «True Romance» keinesfalls im beschaulich Gestrigen. Vielmehr gleicht der Tanzabend einem Wechselbad der...