den haag: Douglas Wright: «rapt»

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Das Eingangsbild: die gefilmte, unschuldige Neugier eines Babys. Dann bohrt ein Pressluftbohrer Löcher in den Bühnenboden: der Zorn des Teufels. Als Nächstes betritt eine Figur mit Vogelgott-Maske die Szene. Später blicken wir auf die Couch eines Psychiaters und den Tanz einer sich auflösenden Seele – zu Worten, die urkomisch wären, wenn sie nicht so authentisch klängen. Hier hält das Gute das Böse in Schach, gerade so. Ein Tänzer singt «Blue Moon», ausgezeichnet übrigens.

Überhaupt sind alle Tänzer hervorragend aufeinander abgestimmt in «rapt» – zu Deutsch: verzückt, andächtig –, dem neuesten Stück des neuseeländischen Kult-Choreografen Douglas Wright.

Der jahrzehntelange Kampf mit den Folgen seiner HIV-Infektion hat Wright viel Kraft gekostet. Einmal noch, so scheint es, kehrt er ins Studio zurück, einen Tanz noch kreiert er, seinen «letzten Tanz». Doch in Wrights Fall dürfte das wohl eher heißen: seine jüngste Choreografie.

Unweigerlich denkt man an die gehörlose und blinde Helen Keller, die herausfinden wollte, was das sei: Tanzen. Sie wohnte einer Unterrichtsstunde ihrer Freundin Martha Graham bei. Die legte Helen Kellers Hände auf die Hüfte einer Tänzerin und ließ sie die ...

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Tanz April 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Jennifer Shennan

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