David Dawson «Romeo und Julia»

Dresden

Tanz - Logo

Im Dezember hat «Der Nussknacker» Vorfahrt, und deshalb verschwindet David Dawsons «Romeo und Julia» nach einer Handvoll Aufführungen bis auf Weiteres … im Depot. Erst übernächstes Jahr soll die soeben erst uraufgeführte Shakespeare-Adaption wieder in der Semperoper zu sehen sein. Dabei ist dem britischen Choreografen, der eine Zeitlang als associate choreographer des Semperoper Balletts firmierte, eine feine Anverwandlung gelungen. Zumindest jenseits des Pas-de-deux-Formats.

 

Die Inszenierung spiegelt ziemlich genau die Stärken und Schwächen ihres Urhebers: Dawson ist gut in allem, was mit Action, Schnelligkeit, sich überschlagenden Ereignissen zu tun hat. Wird es intimer, weiß er hier offenbar nicht so recht, was er erzählen soll. Für «Romeo und Julia» bedeutet das: Hinreißend ist alles, was sich konfliktreich zwischen dem Jungvolk der Capulets und der Montagues abspielt, auch die Ballszenen überzeugen mit aristokratischer Noblesse – weit ausgreifende Beinkreise für die Damen, auffahrend gefaltete Port de bras für die Herren. Aber für die Liebe zwischen den starcross’d lovers wird (fast) von Anfang an ein derart hohes Register gezogen, dass kaum mehr Platz für Farben, Nuancen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz 12 2022
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
Das Zukunftsmuseum in Dubai

Die Zukunft ist Reisen, Experimentieren und … Tanzen! Das ist die Vision des Stuttgarter Architekturbüros Atelier Brückner für die immersive Dauerausstellung im «Museum of the Future» von Dubai – megalomane Metropole der politisch umstrittenen Vereinigten Arabischen Emirate, die immensen Reichtum und immense Armut beherbergen. Wie die Welt 2071 aussehen könnte,...

Dichter, Dandy, Delinquent

Marvin Ott hat ein großformatiges Renaissance-Tor als Bühnenhintergrund für Marco Goeckes «A Wilde Story» ins Hannoversche Opernhaus gestellt, drei tunnelartige Gänge, die in Dunst und Halbdunkel verschwimmen, halb Bedrohung, halb Versprechen auf einen Ausweg. Ein Versprechen, das immer wieder enttäuscht wird: Mehrfach werfen sich Tänzer*innen gegen die Torbögen...

Impressum tanz 12/22

tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance

Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

Redaktion Sofie Goblirsch, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung)
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel. +49-30-254495-20, Fax -12 redaktion@tanz-zeitschrift.de www.tanz-zeitschrift.de

Bildredaktion Marina Dafova, Sofie Goblirsch

Art direction...