das l.a. dance project
Windfall profits. So heißen in der weltweiten Business-Sprache jene Gewinne, die einem einfach so in den Schoß fallen. Manchmal gibt es die auch im Tanz. Benjamin Millepied war, als er 2012 in Los Angeles sein L.A. Dance Project (LADP) gründete, bereits eine aufstrebende Werbe-Ikone und ein Top-Investment für europäische Veranstalter. Von der Kaserne Basel bis zum Théâtre du Châtelet in Paris öffneten sich ihm die Türen. Das Maison de la Danse in Lyon offerierte der Kompanie einen Residenz-Aufenthalt, Millepied den
Titel des artiste associé. Dann kam der Paukenschlag.
Im Februar 2013 wurde der smarte Mittdreißiger designierter Ballettchef der Pariser Opéra. In Lyon freuen sie sich nun diebisch, einen Mega-Star zu empfangen und beteuern, von der prestigeträchtigen Ernennung nichts geahnt zu haben.
Medial profitierte indes das Pariser Théâtre du Châtelet am meisten, das sich Millepieds neueste Création sicherte, die wiederum vom Edeljuwelier Van Cleef & Arpels finanziell
gepolstert wurde. Am Premierenabend Ende Mai gab es dafür sogar einen Hauch von Polizeischutz. Ein Streifenwagen sicherte das Theater. Das sind die Geister, die Natalie Portmans Angetrauter eigentlich nicht rufen ...
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Tanz Juli 2013
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn
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