Das Ballet Gulbenkian gibt es nicht mehr

Das jähe Ende einer Repertoire-Kompanie alarmiert ganz Europa

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Lisboa. Am 5. Juli 2005 ist das Ballet Gulbenkian unter der künstlerischen Leitung von Paulo Ribeiro aufgelöst worden. Mit augenblicklicher Wirkung. Ohne Ankündigung. Natürlich, zuvor gab es Gespräche, das weltweit tourende Ballet Gulbenkian aus der privaten Stiftung in Staatshände zu übertragen. Aber der Staat wollte es nicht. Nun, nach genau vierzig Jahren Existenz, ist Schluss mit einer Repertoire-Kompanie, die das «Rückgrat des portugiesischen Tanzes» (Rui Horta) bildet. Ein gebrochenes Rückgrat.

«Die Kündigung geschah wohl aus künstlerischen Gründen», mutmaßte der Ballettsprecher João Costa nur Minuten nach der Bekanntgabe mit erstickter Stimme. Von außen wirkte der offenbar gut vorbereitete Rausschmiss als Angriff auf die Integrität des frisch amtierenden Ballettchefs Paulo Ribeiro, dessen Vertrag in einem Jahr ohnehin ausgelaufen wäre. Wozu die Eile?
 1996 gewann der Judoka den Prix d’Auteur de Conseil Général de la Seine-Saint-Denis zusammen mit John Jasperse. Beim NDT arbeitete er, und immer wieder als Choreograf für das Ballet Gulbenkian. Vor einem Jahr löste er Iracity Cardoso ab, die ihrerseits Vasco Wellenkamp, Jorge Salavisa, Milko Sparemblek und Walter Gore beerbte. ...

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Tanz August/September 2005
Rubrik: Magazin, Seite 13
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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