Simon Bode; Foto: Regina Brocke

Darmstadt: Tim Plegge «Eine Winterreise»

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Tim Plegge, Ballettdirektor des Hessischen Staatsballetts in Wiesbaden und Darmstadt, stemmt seit seinem Amtsantritt 2014 jährlich ein Erzählballett: «Aschenputtel», «Kaspar Hauser», «Sommernachtstraum» (tanz 6/17) − jetzt die am wenigsten dramatische «Winterreise» zum Liederzyklus von Franz Schubert mit Texten von Wilhelm Müller. Dazu wählt er Hans Zenders «komponierte Interpretation» von 1993 für Orchester und Tenor. Wie bei «Kaspar Hauser» (tanz 5/16) geht es um Einsamkeit, doch um eine selbstgewählte, erwachsene.

Die Figur des Wanderers verkörpert Ramon John, die Tänzerentdeckung des Abends, gemeinsam mit dem Sänger David Zimmer. Während der mal hier, mal da steht, begibt sich der Tänzer in wechselnde Gefühlszustände, etwas bastelbogenartig choreografiert. Ramon John fällt auf. Mit kahlem Kopf und schmalem, superflexiblem Körper lässt er sein Können lässig wie einen Mantel bauschen und flattern.

Großartig der Moment gegen Ende, wenn er nur still dasteht, als sei das ganze, große Tanzgewese davor doch nur für die Katz. Das Leben endet, leiert aus. «Wunderlicher Alter» singt sein Alter Ego. So wird es sein. Platsch, bestraft ihn noch ein kalter Guss aus dem Bühnenhimmel, als ...

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Tanz Dezember 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 40
von Melanie Suchy

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