Crip

Eine neue Selbstbezeichnung der Behinderten-Community etabliert sich zunehmend auch im europäischen Kulturbetrieb «Crip» klingt hip und ist auf jeden Fall: politisch korrekt.

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Unlängst erging an den Tanzkongress, dessen jüngste Ausgabe die US-amerikanische Choreografin Meg Stuart am Europäischen Zentrum der Künste Hellerau/Dresden künstlerisch verantwortete (tanz 6/19) ein offener Brief. Dieser enthält eine Kritik an der Veranstaltung aus Sicht der Community behinderter Tanzkünstlerinnen und Tanzkünstler sowie einen umfänglichen Forderungskatalog. Zunächst anerkennen die Unterzeichnerinnen – u. a.

die Choreografin Gerda König (künstlerische Leitung der DIN A13 tanzcompany, Köln), die Berliner Tanzdramaturgin Anna Mülter sowie Noa Winter (Tanzwissenschaftlerin und Kuratorin mit Schwerpunkt Disability Arts und Barrierefreiheit) –, dass am Veranstaltungsort in Hellerau «das Teilen und voneinander Lernen sowie die Sorgfalt miteinander auf außergewöhnliche Weise kultiviert wurden». Man lobt das gut Gemeinte, den Gestus der wechselseitigen Empathie und Achtsamkeit – jene soft skills also, die derzeit nicht nur im Kunstsektor Hochkonjunktur haben. Um dann anzumahnen, dass unter den Eingeladenen «nicht eine Person mit Behinderung» zu finden gewesen sei. Der Tanzkongress, eine exklusive Veranstaltung? 

Aus Sicht der Verfasserinnen durchaus. In ihrem Schreiben ...

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Tanz Januar 2020
Rubrik: Ideen, Seite 56
von Marc Staudacher

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