China

Dieter Jaenicke, der neue Leiter der «internationalen tanzmesse nrw», bringt die Volksrepublik groß heraus. Wie sich die Szene in Fernost entwickelt hat, schildern vorab Jutta Hell und Dieter Baumann, die mit ihrer Tanzcompagnie Rubato seit zwanzig Jahren zwischen Shanghai und Berlin pendeln

Jutta Hell, Dieter Baumann, seit 1995 tanzt Rubato nicht nur in Berlin, sondern auch in Shanghai. Wie hat sich der chinesische Tanz seither verändert?

Jutta Hell:
Verändert? Fast gar nicht. Nur die minimalistisch arbeitende Kompanie TAO Dance Theatre ist relativ neu. Sie ist die einzige Newcomerin in China, die sich halten konnte.

 
Dieter Baumann: Diese Kompanie um Tao Ye hat von 2008 an mit Alison Friedman gearbeitet, einer amerikanischen Kuratorin, die lange in China lebte, sehr gut Chinesisch spricht und mit dafür sorgte, dass TAO nicht einfach Adaptionen des westlichen zeitgenössischen Tanzes nach China importiert, wie es andere tun, sondern tatsächlich eine eigene Ästhetik entwickeln konnte. 

Es gibt auch die Guangdong Modern Dance Company, Jin Xing in Shanghai, Willy Tsao in Hongkong, LDTX in Peking, was ist mit denen? 

Baumann:
Das sind alles Gründungen aus einer politisch anderen Zeit. Wie Shen Wei, der heute in New York lebt. Oder die Living Dance Studios von Wen Hui aus Peking, die eher zum Dokumentartheater zählen. Hell: Eine neue Choreografin, die wenigstens etwas Unterstützung durch China erfährt, ist Xie Xin aus Shanghai. Man kennt sie eher in Skandinavien. Nach ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
Dunkle Schönheit

Möglichst makellos wünscht sich der Mensch seine Hülle, frei von den Zeichen, die der Zahn der Zeit in sie nagt. Die Haut ist nicht nur unser größtes Organ, sie ist auch eine große Projektionsfläche für die Träume von anhaltender Jugend und für die Ängste vor der Vergänglichkeit des Körpers, der sich darunter befindet. Das, was also mehr ist als die bloße...

Highlights 8/9/18

München: Tanzwerkstatt Europa, 25 Jahre Muffatwerk

Tanzsommer an der Isar – das heißt: keine Abkühlung in Sicht! Zuerst heizt die «Tanzwerkstatt Europa» ein, u. a. auf dem «Battleground» (tanz 4/16) der kanadischen Ausnahmetänzerin Louise Lecavalier und mit «Rhizom», einem choreografischen Konzert von Sabine Glenz mit den Schlagzeugern der Münchner Philharmoniker....

Noverre dankt ab

Würde der Vorgang, von dem hier zu berichten ist, in der freien Wirtschaft spielen, dann wäre die Rede von einer Marke, die viel wert ist. Doch im Kulturbereich denkt niemand daran, seine Erfindungen zu schützen. Im Gegenteil: Dass seine Idee, junge Choreografen zu fördern, weltweit kopiert wurde, hat Fritz Höver stolz gemacht. Heute findet man im Spielplan jeder...