china blues

Seit zehn Jahren ist Xin Peng Wang Ballettdirektor in Dortmund, aber von Asiatica hat er bislang die Finger gelassen. Jetzt bringt er mit «Der Traum der roten Kammer» ein Nationalepos seiner Heimat auf die Bühne

Tanz - Logo

Schon wieder China. Seit einiger Zeit räumt das Riesenreich die namhaftesten Kulturpreise ab: Literaturnobelpreis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels, davor Friedensnobelpreis. Es hat mit Ai Weiwei einen der meistdiskutierten bildenden Künstler der Gegenwart, und die schönste Frau der Welt kommt derzeit ebenfalls aus China.

Fast könnte man meinen, die westliche Angst vor der aufstrebenden Weltmacht wird mit Belobigungen therapiert, auch wenn die politische Haltung des Ausgezeichneten stets aufmerksam beäugt wird: je mehr Dissident eine(r) ist, desto besser, denn das Label «Menschenrechte» tut auch der Kunst ganz gut. Doch für die international arbeitenden chinesischen Künstler heißt das: Irgendwer ist immer verärgert. Sind sie kritisch, werden sie daheim geächtet. Bleiben sie neutral, meckert das Ausland. Ein Dilemma.

«Der Roman ‹Der Traum der roten Kammer› hat für Chinas Kultur einen ähnlichen Stellenwert wie Thomas Manns ‹Buddenbrooks› für Deutschland», lautet derzeit ein Werbeslogan, mit dem das Ballett Dortmund seine neueste Produktion anpreist. Dennoch hinkt der Vergleich, denn das Lübecker Sittengemälde kann offensichtlich kaum konkurrieren mit der Popularität seines ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2013
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Nicole Strecker

Weitere Beiträge
Nur im Netz

Kaiser Antonio: «Wald Variationen» in Duisburg

Sebastian Matthias: «Danserye» on tour

Kik Melone: «Glory Glory Hamlelujah!» in Zagreb

gera: silvana schröder «27»

«Bei mir ist der ‹Club 27› ein Club junger Menschen, die die Botschaften ihrer Pop-Idole leben, die werden wollen wie sie», sagt die Choreografin Silvana Schröder. «27» bezieht sich auf das gleichnamige Buch von Kim Frank, Frontmann der Band «Echt». In Franks Roman geht es um die Nöte des Rockstars Mika – bei Schröder hat er viele Namen: Jeder der exquisiten Tänzer...

gischt aus licht

Dem Mann fliegt etwas um die Ohren, tanzt etwas vor den Augen. Die allerdings hält er bedeckt. Ein Arbeiter in Schutzkleidung, ein Forscher, der aussieht wie ein Insekt. Was ist es, das ihn da tausendfach umschwirrt und bedrängt? Es scheint zu flattern, hat nichts als Flügel. Oder sind es nur lose Schnipsel? Dem Betrachter macht der Anblick ein kribbelndes,...