CD, DVD, Buch 6/20
DVD: Naharin: «Sadeh21»
In zwei Jahren wird Ohad Naharin 70 Jahre alt. Man mag es kaum glauben, so zeitlos wirkt sein choreografisches Werk, das er durch die Bewegungsmethode Gaga ergänzt hat. Als er, selbst dort Tänzer, 1990 die Batsheva Dance Company übernahm und verjüngte, etablierte er sofort eine Junior Company.
Ihr widmet sich nun die zweite Veröffentlichung über «The Art of Ohad Naharin» bei BelAir Classics.
Das Nachwuchsensemble ist hier mit dem 2011 uraufgeführten, etwa 70 Minuten langen «Sadeh21» zu sehen, was dem sowieso schon großzügig aufgezeichneten Naharin-Werkkorpus eine schöne Facette hinzufügt. Zu einer eklektischen Collage aus mal aggressiv pumpenden, zum Ende hin immer kontemplativeren Musiken, die er selbst unter dem Pseudonym Maxim Waratt elektronisch vernäht hat, inszeniert Naharin erst spröde isolierte, dann immer intensiver verschmelzende Körper – eine Feier vielfältiger Bewegungsmöglichkeiten. In 21 spannungsvollen, metaphorischen wie konkreten Feldern kombinieren Naharin und die 18 so kraftvollen wie sinnlichen Tänzer immer neue Gruppenkonstellationen. Eine schier unerschöpfliche Bandbreite an Beziehungen und Begegnungen fächert sich dabei auf, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2020
Rubrik: Medien, Seite 50
von
Sechs Wochen lang hätte die Spring Season im New Yorker Lincoln Center gedauert, bei der großen Gala im Mai posiert sonst alljährlich ein Publicity-trächtiger Auftrieb an Berühmtheiten auf dem roten Teppich. Zunächst sechs Wochen lang, bis mindestens Ende Mai, stellt das New York City Ballet, das seine Tänzer und Angestellten vorerst weiter bezahlt, dafür nun...
Die Katastrophe war absehbar. Ignoranz, Inkompetenz, eklatante Versäumnisse, Chaos charakterisieren das Krisenmanagement der amerikanischen Regierung, seit die ersten Sars-CoV-2-Infektionen bekannt wurden. Und Präsident Donald Trump scheint sich nach wie vor mehr um seine Wiederwahl im Herbst als um die Eindämmung einer Pandemie zu sorgen, die zwischen Washington...
Ganz unten aufgedonnert und am Ende der Nahrungskette platziert: So empfindet der Berliner Tänzer und Choreograf Jochen Roller Anfang Mai die Situation der freien Tanzschaffenden in der Corona-Krise. Sieben Wochen nach der Schließung aller Theater hängen die Solo-Selbstständigen in der Luft: Auftrittsmöglichkeiten und damit Gagen fallen über Monate hinweg aus. Für...
