Bruno BeltrÃo

Tanz - Logo

Bruno Beltrão wurde schon früh als Wunderknabe gefeiert. Gerade mal 24 Jahre alt, hat der Brasilianer schon eine ungewöhnliche Karriere hinter sich. Mit 16 tanzte er in seiner eigenen Streetdance-Kompanie. Mit 20 wechselt er von der Straße zur Uni: Er studierte Kunst- und Tanzgeschichte, las Nietzsche und Aristoteles. So fiel er von der reinen Lehre ab und erschuf eine rasante Hybridform aus HipHop und zeitgenössischem Tanz. In «H2 – 2005», dem Nachfolger des herrlich verrückten «Telesquat», hat er sein choreografisches Talent erneut unter Beweis gestellt.

Beltrão arbeitet mit großem Ensemble wie zu seinen Old-School-Zeiten. Aus allen Regionen Brasiliens hat er 14 Breakdancer im Alter von 16 bis 31 gecastet – und es ist einfach umwerfend, was er aus den Tänzern herausholt. Kühner noch als in seinen ersten Stücken hat Beltrão den HipHop dekonstruiert und auf seine choreografischen Möglichkeiten abgeklopft. Das Resultat ist atemberaubend: ein vibrierendes Spektakel zwischen Stille und frenetischer Tanzlust. Natürlich gibt es auch crazy legs zu bestaunen. Aber Beltrão reduziert geschickt, subtrahiert aus der Überfülle von moves, um zu neuen Aussagen zu kommen. Zugleich bezieht sich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2005
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 94
von Sandra Luzina

Vergriffen
Weitere Beiträge
Anne Juren

Der «zeitgenössische» Tanz entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf zahlreichen verschiedenen Ebenen, die einander beeinflussen und überschneiden. Nur die öffentliche Wahrnehmung von Tanz treibt manche Entwicklungen stärker voran als andere. Es geht dabei – wie schon vor 20 Jahren – um das bekannte Wechselspiel zwischen Produktion, Präsentation...

Marguerite Donlon

Es ist fast aus den Schlagzeilen verschwunden, das große Kompaniesterben. Vielleicht, weil sie so leise weinen, dass sie einem nicht mal Leid tun. Freiburg, Heidelberg, Eisenach stehen auf der Kippe, und beinah: Saarbrücken. Bis die Meldung kam, dass die dortige Ballettintendantin Marguerite Donlon ihren Vertrag bis 2009 verlängert, weit über die Amtszeit ihres...

Christopher Caines

This choreographer isn’t a newcomer; however, in the decade or so that I’ve been following his work, he and his dancers have performed in small venues in New York, and his name will be new to most readers of ballet-tanz. Caines makes dances to music. His choreography offers discernible phrases in which accents and dynamics, rather than virtuosity for its own sake,...