brigitte lefevre
Repräsentative Chefbüros protzen gern mit viel Glas, viel Chrom, viel Weiß und edel furniertem Mobiliar. Nichts davon im Dachgeschoss des Pariser Palais Garnier, auf dem Olymp der Tanzwelt sozusagen, dort, wo «Gott» persönlich logiert.
So nennen die Tänzer des Opernballetts halb ehrfürchtig, halb spaßig ihre Prinzipalin, Brigitte Lefèvre, deren Hauptquartier ein Mansardenstübchen ist: Im Bullaugenfenster, das nach Montmartre glotzt, kauert ein betagter Wasserkocher; auf dem Marmorsims über der Heizung drängeln sich halb leere Kosmetikflakons; ein Teppich aus Tänzerfotos tapeziert die nördliche, eine Ballets-Russes-Collage die südliche Zimmerwand, und überall türmen sich Bücher wie ein gigantisches Gebirgsmassiv.
Mittendrin thront ein runder Tisch, der die Hälfte des Zimmers vereinnahmt und das eigentliche Schreibpult ins Abseits drängt. Dieses Arrangement verrät: Brigitte Lefèvre ist keine Einzelgängerin mit Hang zu einsamen Entscheidungen, sondern waltet ihres Amtes im Schulterschluss mit denen, die sie zu ihrer «engsten Equipe» zählen: «Ein Zar wie Rudolf Nurejew bin ich sicher nicht.»
In Strickpulli und legerer schwarzer Hose, die slipperbeschuhten Beine salopp ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2011
Rubrik: menschen, Seite 18
von Dorion Weickmann
«Magst du Blumen?», fragt Gregory Maqoma seine Tanzpartnerin Shanell Winlock. Sie tanzt ungerührt ihre wunderschönen Sequenzen und beschimpft ihn, zu spät gekommen zu sein. Der Lacher ist auf ihrer Seite. Humor ist nicht unbedingt eine Stärke von Tanz. Aber «Southern Comfort», choreografiert von Gregory Maqoma aus Südafrika, entstanden 2001, zeigte in seiner...
...und seine «Ondine» nehmen uns zweifach mit in die Ballettgeschichte: Zum einen orientierte sich Ashton bewusst an der Tradition des romantischen Balletts, einschließlich Divertissement und abschließender, wenn auch ins Tragische gekehrter Apotheose, und entwickelte so analog zu den bekannten Werken dieser Zeit («La sylphide», «Giselle») auch eine...
Am 6. Mai ernannte Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand die einzige Primaballerina assoluta seines Landes zum «Grand Officier de la Légion d’Honneur». Es ist das erste Mal, dass der Tanz den zweithöchsten Verdienstorden Frankreichs in Empfang nimmt. An Künstler wird er nur selten verliehen, meistens geht er an Kriegshelden oder bleibt innerhalb der...
