Brandenburgische Konzerte

Anne Teresa De Keersmaeker greift abermals zu einem Werk von J. S. Bach. Was fasziniert sie an diesem Komponisten so nachhaltig?

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Ein Büro in der Berliner Volksbühne, zwei gepolsterte Stühle, zwei zierliche Tische, zwei Gläser. Eine große Tasche steht auf dem Boden, aus der sich Anne Teresa De Keersmaeker während des Gesprächs einen kleinen Lederball angelt. Die Choreografin und Chefin der Brüsseler Kompanie Rosas knetet das Utensil mit beiden Händen. Die Fingerübung dient offensichtlich ihrer Konzentration. Irgendwann verschwindet der Ball, und Keersmaekers tiefbraune Augen schweifen unverwandt durch Zeiten und Räume. Dann und wann fixieren sie das Gegenüber, forschend, freundlich.

In wenigen Tagen hat ihre neueste Kreation am Haus Premiere: «Die sechs Brandenburgischen Konzerte». 

Mit den «Brandenburgischen Konzerten» kehren Sie auch zu Ihren Ursprüngen zurück – zu Steve Reich und «Violin Phase».

Stimmt, als ich 1980 Maurice Béjarts Schule MUDRA in Brüssel verließ und nach New York flog, um an der Tisch School of the Arts zu studieren, hatte ich «Violin Phase» im Gepäck. Ich war entschlossen, selbst zu choreografieren, ein Solo schien mir für den Anfang genau das Richtige. Und «Violin Phase» lud mich regelrecht zum Tanzen ein. Bei der Arbeit spätnachts im Studio in New York habe ich dann tatsächlich ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann

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