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Sasha Waltz träumt mit ihrer Kompanie in Berlin das Theater als ein Fest

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Das Theater träumt davon, dass eine Menge Mensch in ihm tobt und kocht. Die Stimmung ist famos, ist aufgeheizt, zum Bersten. Kaum aber wacht das Theater auf, muss es wieder dienen: der Kunst. Sasha Waltz ist früh aufgewacht. Ihr Halbschlafbäckchen träumte das Theater als Fest. Doch im Künstlersein steht ihr die wogende Menge der Feiernden nur im Weg. Sie hat geträumt, wie aus dem Theater ein Rave, eine Gemeinschaft, ein Gewimmel hätte werden können: ein Theater, lebendig wie ein Aufstand, eine einzige tosende Menge Mensch. Das schaffen nur Skandalstücke, die es nicht mehr gibt.

Oder die verblichene Loveparade. Sobald der Tanz aufwacht im Theater, muss er mittels Gliederspiel bedeutsame Ordnung schaffen, obwohl ein jeder weiß: Der Tanz entstammt dem Fest, nicht dem Theater. Wenn aber ein Theater über so wunderbar lichte Hallen verfügt wie das Radialsystem V in Berlin als Ort der Uraufführung oder wie die gewaltige Jahrhunderthalle in Bochum zur «Ruhrtriennale», zweite Station der Inszenierung, dann laden solche Räume dazu ein, die üblichen Tribünen für das Publikum abzubauen und die Menge Mensch frei sein zu lassen. Sie grüßt einander mit einer Stehplatzkarte in der Hand, staunt und ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 4
von Arnd Wesemann

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