Bonn: Stephanie Thiersch, Brigitta Muntendorf «Bilderschlachten»
Es gibt noch Stücke, die Grenzen verschieben und die Welt der Kunst ein Stück weit verändern. «Bilderschlachten» von Stephanie Thiersch bietet solch ein Erlebnis, ganz überraschend und daher umso intensiver. Selbst in einem Jahrhundert revolutionärer Tanzgeschichte ist eben doch noch nicht alles probiert, realisiert und abgehakt worden. Die «Bilderschlachten» toben nicht nur auf der Bühne, sondern beginnen im Saal. An der Seite, ganz hinten oder auf den Emporen bemächtigen sich die Musiker des Orchestre Les Siècles und des Asasello-Quartetts ihrer eigenen Choreografie.
So beginnt der Abend geheimnisvoll und beinahe sphärisch. Die Komponistin Brigitta Muntendorf, die an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln unterrichtet, hat ihr Werk «Six moods to stand kings up» nicht nur den Musikern, sondern auch der Situation auf den Leib geschrieben. Es bildet den Rahmen für Bernd Alois Zimmermanns «Musique pour les soupers du Roi Ubu», jene Reise durch die Musikgeschichte, die das klangliche Gerüst des Abends liefert. Zimmermanns Assemblage – er selbst nannte sie ein «Ballet noir en sept parties et une entrée für Orchester und Combo» – ist ausschweifend, heterogen und fast schon ...
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Tanz August/September 2019
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Thomas Hahn
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