Bochum: «Einer flog über das Kuckucksnest»
Ein Handzeichen von Oberschwester Rached genügt, und die Patienten fallen in Trance. Ein Blick – und ein Junge fliegt durch die Luft. Zischt sie ihm Laute entgegen, krümmt er sich wie unter Schlägen. Das Monster mit Engelsgesicht verkörpert das menschenverachtende System in der Anstalt. Samir Akika verleiht Rached (Lotte Rudhart) in seiner Adaption von «Einer flog über das Kuckucksnest» manische Züge und magische Kräfte. Die Idee ist verrückt – und genial: das Stück aus dem Tollhaus als Tanztheater.
Akika bezieht sich auf das Theaterstück von Dale Wasserman nach dem Roman von Ken Kesey (1962), der durch Milos Formans Verfilmung mit Jack Nicholson 1975 Kultstatus erlangte.
Als Chef der Tanzsparte am Theater Bremen ist der Franzose mit algerischen Wurzeln mehr denn je der Cineast unter den zeitgenössischen Choreografen – diese Inszenierung macht er in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Bochum. Dafür hat er sich eine Besetzung von zehn Tänzern zusammengestellt, teils aus seinem Bremer Ensemble Unusual Symptoms, teils aus dem in Bochum residierenden Street-Art-Label Renegade.
Im Roman verarbeitete Kesey seine Erlebnisse als Aushilfspfleger in einer Psychiatrie in Kalifornien, wo die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 32
von Bettina Trouwborst
auditions
Tanzcompagnie Konzert Theater Bern
is looking for dancers (f/m), guest dancers and apprentices. Classical and contemporary dance techniques, theatrical skills, extensive experience in improvisation required.
Audition: 20-22 February
Application deadline: 16 January
Apply to: tanz@konzerttheaterbern.ch
Das Ballett der Niedersächsischen Staatsoper Hannover
suc...
Jordi Moragues Massanet hat sich davongemacht. Im April vergangenen Jahres vertauschte der Spanier das frohsinnige Köln mit dem derzeit eher trübsinnigen Athen. Wieso? Vielleicht weil er dort ideale Bedingungen für seine Profession findet: Wirtschaft vor dem k.o., Finanzen im freien Fall, Politik im Dauerkrisen-Modus, galoppierende Schwindsucht der Gehälter,...
im februar: biennale tanzausbildung
Zum 5. Mal treffen sich Tanz-Lehrende und -Studierende, Künstler und Wissenschaftler – diesmal zum Thema «Feedback und Reflexion». Gastgeber ist das Zentrum für Zeitgenössischen Tanz der Musikhochschule Köln, dem Vera Sander vorsteht. Zum Auftakt gibt es zwei Aufführungsabende aus den Akademien, am Ende ein Symposion rund um die...
