bloß kein tanzhaus
Die Geschichte des Künstlerhauses Mousonturm ist in Leinen gebunden. Auf den Buchrücken steht: «1989–91», «1992–93» usw. Es sind die Monatsleporellos aus 22 Jahren, die so kostbar aufbewahrt werden, Programme, die in unzähligen Haushalten des Rhein-Main-Gebiets jeden Monat neu neben der Klorolle hängen.
Der Leporello Nummer eins ist nicht dabei, zur Eröffnung des Mousonturms am 29. Dezember 1988, als die neuen Medien das Theater betraten.
Frédéric Flamand, heute Chef des Ballet National de Marseille, gastierte damals als Erster in der ehemaligen Seifenfabrik im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Die Tänzer seiner wallonischen Kompanie Raffinerie Plan K stiefelten in «Scan Lines» mit klobigen Monitoren über die Bühne. Unter ihren Füßen lernten die elektronischen Bilder das Tanzen.
Keiner wusste, dass ein Siegeszug der neuen Medien und des Tanzes bevorstand. Die Feuilletons sprachen lieber von der Krise des Stadttheaters. Die Stadttheater murmelten, das Theater sei dazu da, die Krise darzustellen. Die Gegner dieser Selbstgefälligkeit veranstalteten in Frankfurt am Main Festivals namens «Aufbruch» und «Manifesta». Die «Frankfurter Positionen» probten den Aufstand gegen Spartengrenzen. ...
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